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Illegale Vapes erkennen: Was der Rekordfund des Zolls über den Schwarzmarkt zeigt

E-Zigaretten und Liquids sind ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Nikotin kann abhängig machen. Dieser Beitrag dient der Verbraucherinformation und ersetzt keine Rechtsberatung.

Geprüft von Oliver Prust · Inhaber MaxVapor.de, seit 2012 auf E-Zigaretten spezialisiert, Mitglied im BfTG · Stand: 29. Oktober 2026

Kurz & Knapp: Illegale Vapes auf einen Blick

  • Anlass: Das Hauptzollamt Magdeburg hat zwischen August und September 2026 in vier Lkw 115.800 unversteuerte Einweg-E-Zigaretten sichergestellt, der verhinderte Steuerschaden liegt bei rund 1,4 Millionen Euro
  • Steuerzeichen: Jede legal verkaufte Vape und jedes Liquid in Deutschland trägt ein deutsches Steuerzeichen, fehlt es, ist die Ware nicht verkehrsfähig
  • Füllmenge: Nikotinhaltige Einweggeräte und Kartuschen dürfen höchstens 2 ml fassen, Nachfüllflaschen höchstens 10 ml, das Liquid maximal 20 mg/ml Nikotin enthalten
  • Warnsignal: Werbung mit 12.000 oder mehr Zügen bei einem einzigen Einweggerät deutet fast immer auf einen Tank weit über 2 ml hin
  • Rechtslage: Schon der Kauf unversteuerter Ware kann als Steuerhehlerei nach § 374 AO gewertet werden
  • Melden: In Berlin, Hamburg und Bremen nimmt das Portal vape-kontrolle.de Hinweise entgegen, bundesweit sind Zoll und Ordnungsämter zuständig
  • Legale Alternative: Nachfüllbare Pod-Systeme mit versteuerten Nikotinsalz-Liquids erfüllen alle Vorgaben der TPD2
Infografik „Illegale Vapes: 38 ml statt 2 ml“: links ein Pod mit der gesetzlichen Höchstmenge von 2 ml, in der Mitte 19 Liquidbehälter zu je 2 ml mit dem Hinweis „etwa 19-fach“, rechts eine große Einweg-Vape mit knapp 38 ml Liquid, dem Durchschnitt der 115.800 vom Zoll sichergestellten Geräte
Infografik von MaxVapor auf Basis der Angaben des Hauptzollamts Magdeburg: Im Durchschnitt steckten in jedem sichergestellten Gerät knapp 38 ml Liquid, fast das Neunzehnfache der erlaubten 2 ml.

Als ich die Meldung aus Magdeburg gelesen habe, musste ich zweimal auf die Zahl schauen: 115.800 Einweg-E-Zigaretten, verteilt auf vier Lastwagen, alle ohne deutsches Steuerzeichen und alle mit Tanks, die in Deutschland gar nicht verkauft werden dürften. Das ist mehr, als ein Fachgeschäft wie unseres in vielen Jahren an Einweggeräten abgibt. Illegale Vapes sind für uns im Handel seit Langem ein Thema, weil Kundinnen und Kunden uns regelmäßig Geräte zeigen, die sie am Kiosk oder über soziale Netzwerke gekauft haben, und fragen, ob damit alles in Ordnung ist. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, woran Sie illegale Vapes erkennen, was der Zollfund über den Schwarzmarkt verrät, welche Risiken für Gesundheit und Geldbeutel bestehen und wie Sie Verstöße melden können. Ich stütze mich dabei auf die Angaben des Zolls, die Gesetzestexte und veröffentlichte Marktdaten und kennzeichne, wo es sich um Schätzungen von Interessenverbänden handelt.

Der Rekordfund von Magdeburg: 115.800 Vapes in vier Lkw

Das Hauptzollamt Magdeburg hat am 10. Oktober 2026 öffentlich gemacht, was Zöllner, unter anderem der Kontrolleinheit Verkehrswege, bereits im Spätsommer auf den Autobahnen 2 und 38 gefunden hatten. Zwischen dem 10. August und dem 4. September wurden vier Lastwagen kontrolliert, darunter Fahrzeuge mit rumänischer, polnischer und litauischer Zulassung, in denen insgesamt 115.800 unversteuerte und in Deutschland nicht zugelassene E-Zigaretten lagen. Pressesprecher André Schneevoigt bezeichnete das als die größte Menge an E-Zigaretten, die im Bereich des Hauptzollamts jemals sichergestellt wurde. Die Veröffentlichung kam mit Verzögerung, weil die Ermittlungen nicht gefährdet werden sollten. Gegen alle vier Fahrer laufen Strafverfahren wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei, einer von ihnen wurde vorläufig festgenommen, und die Zollfahndungsämter Dresden und Hannover haben die weiteren Ermittlungen übernommen.

Die vier Sicherstellungen des Hauptzollamts Magdeburg im August und September 2026
Datum Ort E-Zigaretten Liquid gesamt Liquid je Gerät Steuerschaden
10.08.2026 A2 Richtung Berlin 12.600 252.000 ml 20 ml 80.640 €
28.08.2026 A38 bei Sangerhausen 44.000 1.730.000 ml rund 39 ml 553.600 €
03.09.2026 A2 Richtung Berlin 11.200 224.000 ml 20 ml 71.680 €
04.09.2026 A38 48.000 2.160.000 ml 45 ml 691.200 €
Summe vier Kontrollen 115.800 4.366.000 ml rund 38 ml 1.397.120 €

Die Spalte „Liquid je Gerät“ habe ich selbst aus den Zollangaben berechnet, und sie ist für mich der aufschlussreichste Teil der Meldung. Keine der vier Lieferungen kam auch nur in die Nähe der Grenze von 2 Millilitern, die für nikotinhaltige Einwegzigaretten gilt. In den Lieferungen mit den kleinsten Geräten steckte im Schnitt das Zehnfache, in der Lieferung mit den größten Geräten mehr als das Zweiundzwanzigfache der erlaubten Menge. Wer solche Geräte kauft, bekommt also nicht einfach eine etwas größere Vape, sondern ein Produkt, das mit den Vorgaben des deutschen Rechts nichts mehr zu tun hat.

Wie der Zoll den Steuerschaden berechnet

Interessant ist auch, wie der Zoll auf die 1,4 Millionen Euro kommt. Besteuert wird nicht das Gerät, sondern das enthaltene Liquid, das im Tabaksteuergesetz „Substitut für Tabakwaren“ heißt und seit dem 1. Juli 2022 steuerpflichtig ist. Im Jahr 2026 beträgt der Satz 0,32 Euro je Milliliter, und 4.366.000 Milliliter mal 0,32 Euro ergeben exakt die genannte Summe. Wie sich der Steuersatz zusammensetzt und wie er bis 2030 steigt, erklären wir im Ratgeber zur Liquid-Steuer in Deutschland und im Beitrag zur Steuererhöhung ab 2027. Für ein einzelnes Gerät mit 38 Millilitern Liquid entgehen dem Staat damit gut zwölf Euro Tabaksteuer, und genau diese Differenz macht die Schmuggelware im Verkauf so viel billiger als legale Produkte.

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Illegale Vapes erkennen: Sechs Merkmale, die Sie selbst prüfen können

Sie brauchen kein Labor, um die meisten illegalen Vapes zu entlarven. Die gesetzlichen Vorgaben sind so gestaltet, dass man sie an der Verpackung ablesen kann, und Schmuggelware verstößt in der Regel gleich gegen mehrere davon. Ich prüfe Geräte, die mir Kunden zeigen, immer in derselben Reihenfolge, und diese Reihenfolge gebe ich Ihnen hier weiter. Schon wenn ein einziger Punkt nicht stimmt, sollten Sie das Gerät nicht benutzen.

Das deutsche Steuerzeichen fehlt

Jede E-Zigarette mit Liquid und jedes Liquid, das in Deutschland legal in den Handel kommt, trägt ein Steuerzeichen, also eine Banderole, die der Hersteller oder Importeur beim Zoll bestellt und vorab bezahlt hat. Sie sitzt meist quer über der Öffnung der Verpackung, sodass sie beim Öffnen beschädigt wird. Fehlt sie, oder klebt dort ein Steuerzeichen eines anderen Landes, ist die Ware in Deutschland nicht versteuert. Das gilt auch für nikotinfreie Geräte, denn die Tabaksteuer auf Liquids hängt nicht am Nikotingehalt.

Der Tank fasst mehr als 2 Milliliter

Nach § 14 des Tabakerzeugnisgesetzes dürfen nikotinhaltige Einwegzigaretten und Einwegkartuschen höchstens 2 Milliliter Liquid enthalten, Nachfüllflaschen höchstens 10 Milliliter. Die Angabe zur Füllmenge muss auf der Packung stehen, und bei legalen Produkten lesen Sie dort „2 ml“ oder weniger. Steht dort eine größere Zahl, oder fehlt die Angabe ganz, ist das ein klares Ausschlusskriterium. Für die Tanks nachfüllbarer Geräte enthält das deutsche Gesetz diese Grenze nicht, deshalb sind im legalen Handel auch Verdampfer mit über 4 ml Füllvolumen erhältlich, die Sie selbst aus 10-ml-Flaschen befüllen.

Der Nikotingehalt liegt über 20 mg/ml

In der EU darf ein Liquid höchstens 20 Milligramm Nikotin je Milliliter enthalten. Auf Schmuggelware finden Sie häufig Angaben wie „5 %“ oder „50 mg“, die aus dem US-Markt stammen und mehr als doppelt so hoch liegen. Was diese Prozentangaben in Milligramm bedeuten und was eine aktuelle US-Studie zu solchen Hochdosis-Produkten zeigt, haben wir im Beitrag zu 50 mg Nikotin in Vapes aufgeschlüsselt. Manche illegalen Geräte geben auch gar keinen Nikotingehalt an, was für sich genommen schon ein Verstoß ist. Welche Stärke für Sie tatsächlich passt, erklärt unser Ratgeber zur richtigen Nikotinstärke.

Deutsche Warnhinweise und Beipackzettel fehlen

Legale nikotinhaltige Produkte tragen auf den zwei größten Flächen der Packung den Warnhinweis „Dieses Produkt enthält Nikotin: einen Stoff, der sehr stark abhängig macht.“ Er muss jeweils 30 Prozent der Fläche einnehmen und in deutscher Sprache gedruckt sein. Dazu kommen eine Liste der Inhaltsstoffe, eine Chargennummer und ein Beipackzettel mit Gebrauchs- und Sicherheitshinweisen. Englische, französische oder gar keine Warnhinweise sind bei Ware für den deutschen Markt ein sicheres Zeichen, dass das Produkt nicht für den legalen Verkauf hierzulande bestimmt war.

Der Preis ist für die Füllmenge zu niedrig

Eine kleine Rechnung hilft beim Einordnen. Auf 2 Milliliter Liquid entfallen 2026 bereits 64 Cent Tabaksteuer, auf ein Gerät mit 20 Millilitern wären es 6,40 Euro, und dazu kommen Mehrwertsteuer, Herstellung, Transport und Händlermarge. Wird ein Gerät mit großer Füllmenge für wenige Euro angeboten, kann darin keine bezahlte deutsche Tabaksteuer stecken. Für mich ist das der Punkt, an dem viele Käufer stutzig werden sollten, bevor sie überhaupt die Packung in der Hand haben.

Verkauf ohne Alterskontrolle oder über Messenger

Seriöse Händler verkaufen nur an Erwachsene und prüfen das Alter beim Kauf oder bei der Zustellung, unsere Regeln dazu finden Sie in den Hinweisen zum Jugendschutz. Angebote über Messenger-Gruppen, Kleinanzeigen oder soziale Netzwerke, bei denen niemand nach dem Ausweis fragt, sind fast immer ein Hinweis auf illegale Ware. Dasselbe gilt für Verkaufsstellen, die Einwegvapes mit Fantasienamen, schrillen Farben und riesigen Zugzahlen aus Kartons unter dem Tresen holen. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft hat bei einer Stichprobe in 60 Verkaufsstellen nach Angaben der Berliner Zeitung in zehn Fällen illegale Produkte gefunden, ein Problem des Onlinehandels allein ist das also nicht.

Merkmale legaler und illegaler Einweg-E-Zigaretten im Vergleich
Merkmal Legale Vape in Deutschland Typische illegale Vape
Steuerzeichen Deutsche Banderole auf der Verpackung Fehlt oder stammt aus einem anderen Land
Füllmenge Höchstens 2 ml je Gerät oder Kartusche Beim Magdeburger Fund im Schnitt 20 bis 45 ml
Nikotin Höchstens 20 mg/ml, Angabe auf der Packung „5 %“ oder „50 mg“ oder ohne Angabe
Warnhinweis Deutsch, je 30 % der zwei größten Flächen Fremdsprachig, zu klein oder fehlend
Zugzahl-Werbung Meist dreistellig 12.000, 20.000 oder mehr
Verkauf Mit Alterskontrolle, Impressum, Rechnung Messenger, Kleinanzeigen, ohne Ausweisprüfung

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Warum 12.000 Züge ein Warnsignal sind

Die Suchanfrage „Vape 12000 Züge“ taucht in den Vorschlägen von Google erstaunlich oft auf, ergänzt um Begriffe wie „Deutschland“, „kaufen“ oder „wie viel Nikotin“. Das zeigt mir, wie selbstverständlich solche Geräte inzwischen wirken. Rechnerisch passen 12.000 Züge aber nicht zu einem legalen Einweggerät. Ein Zug verdampft je nach Gerät und Zugdauer nur einen Bruchteil eines Milliliters, und mit 2 Millilitern Liquid geben Hersteller legaler Einwegvapes meist einige Hundert Züge an. Wer zwölftausend Züge verspricht, braucht dafür einen Tank, der ein Vielfaches davon fasst, und genau das zeigen die Zahlen aus Magdeburg mit 20 bis 45 Millilitern je Gerät.

Es gibt allerdings eine Ausnahme, die man kennen sollte, damit man legale Geräte nicht zu Unrecht verdächtigt. Manche Systeme arbeiten mit einem wiederaufladbaren Akkuteil und austauschbaren, vorbefüllten Pods, von denen jeder einzelne höchstens 2 Milliliter fasst. Rechnet der Hersteller die Züge aller mitgelieferten Pods zusammen, kann auch bei einem legalen Produkt eine höhere Zahl auf der Packung stehen. Ausschlaggebend ist deshalb immer die Füllmenge je Behälter und nicht die Zugzahl, und solche Geräte finden Sie im Handel unter dem Begriff Cap-Systeme mit vorbefüllten Pods. Wie viele Vape-Züge ungefähr einer Zigarette entsprechen, haben wir im Beitrag Wie viele Züge hat eine E-Zigarette? nachgerechnet, und welche legalen Einweggeräte sich im Alltag bewährt haben, zeigt unser Einweg-E-Zigaretten-Test.

Faustregel aus dem Fachhandel: Ein einzelnes Einweggerät mit fünfstelliger Zugzahl, Display und Liquidstandsanzeige ist in Deutschland fast nie legal. Prüfen Sie Füllmenge und Steuerzeichen, bevor Sie dem Aufdruck glauben.

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Sind illegale Vapes gefährlicher als legale?

Diese Frage bekomme ich oft gestellt, und ich möchte sie vorsichtig beantworten, weil es zu konkreten Schmuggelprodukten kaum unabhängige Messungen gibt. Fest steht, dass bei illegalen Vapes alle Kontrollschritte fehlen, die für legale Produkte vorgeschrieben sind. Hersteller legaler Liquids müssen ihre Rezepturen vor dem Marktstart über das europäische Meldesystem bei den Behörden melden, Inhaltsstoffe angeben und bestimmte Zusatzstoffe weglassen. Bei Schmuggelware weiß niemand, was tatsächlich im Tank ist, ob die Nikotinangabe stimmt und ob verbotene Stoffe enthalten sind. Ein Gerät, das legal sein könnte und genauso aussieht, kann deshalb trotzdem eine ganz andere Zusammensetzung haben.

Dazu kommt die Nikotinmenge. Wer von einem legalen Gerät mit 20 mg/ml auf ein Schmuggelgerät mit 50 mg/ml wechselt, nimmt bei gleichem Zugverhalten möglicherweise mehr als doppelt so viel Nikotin auf, ohne es zu merken. Bei großen Tanks verteilt sich diese Menge zudem über Tage, sodass der eigene Verbrauch kaum noch zu überblicken ist. Was die Forschung allgemein zu den Risiken des Dampfens sagt und wo die Grenzen der Studienlage liegen, ordnen wir im Faktencheck Sind E-Zigaretten schädlich? ein. Wenn Sie gesundheitliche Beschwerden bemerken oder Fragen zu Ihrem Nikotinkonsum haben, sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ein drittes Risiko betrifft die Technik. Illegale Geräte haben keine nachgewiesene Konformität mit europäischen Sicherheitsnormen, und ihre Lithium-Akkus landen nach dem Gebrauch oft im Hausmüll. Der Zoll muss beschlagnahmte Vapes wegen der Brandgefahr aufwendig lagern und vernichten, im Fall einer Ermittlung der Zollfahndung München kostete das laut der Gewerkschaft BDZ rund 750.000 Euro. Was zu Akkuschäden führt und wie Sie Risiken im Alltag senken, beschreibt unser Beitrag zu explodierenden Akkus. Für mich ist das einer der Gründe, warum ich Kunden immer rate, ein Schmuggelgerät nicht aufzubrauchen, sondern sicher zu entsorgen.

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Was Käufern illegaler Vapes rechtlich droht

Viele gehen davon aus, dass sich nur der Händler strafbar macht und der Käufer auf der sicheren Seite ist. Ganz so einfach ist es nicht. Nach § 374 der Abgabenordnung begeht Steuerhehlerei, wer Waren, für die Verbrauchsteuern hinterzogen wurden, ankauft oder sich sonst verschafft, um sich oder einem Dritten einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Nach verbreiteter Auslegung kann der Vorteil schon darin liegen, dass die Ware billiger ist als versteuerte. Der Bundesgerichtshof hat im Urteil vom 11. Juli 2019 (Az. 1 StR 634/18) im Fall eines Mannes, der unversteuerte Zigaretten zum Weiterverkauf gekauft hatte, festgehalten, dass schon das Erlangen der Verfügungsmacht über Zigaretten ohne Steuerzeichen unter die Steuerhehlerei fällt, und für Liquids gilt dieselbe Steuerlogik.

Der Strafrahmen reicht bei § 374 AO bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmäßigem Handeln oder als Teil einer Bande sogar von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Wie Zoll und Staatsanwaltschaft bei einer einzelnen Vape für den Eigenbedarf vorgehen, hängt vom Einzelfall ab, und ich kann Ihnen dazu keine verlässliche Prognose geben. Möglich ist außerdem, dass die hinterzogene Tabaksteuer vom Käufer nachgefordert wird. Wer regelmäßig größere Mengen kauft oder weiterverkauft, bewegt sich dagegen klar im Bereich, in dem die Behörden ermitteln, wie der Fall aus Magdeburg zeigt.

Für Händler kommen Verstöße gegen das Tabakerzeugnisgesetz hinzu, etwa wegen zu großer Tanks, fehlender Warnhinweise oder nicht gemeldeter Produkte, die als Ordnungswidrigkeit oder Straftat verfolgt werden können. Auch auf Reisen lohnt Vorsicht, denn Geräte mit zu großem Tank oder ohne deutsches Steuerzeichen bleiben bei der Einreise ein Problem, unabhängig davon, wo sie gekauft wurden. Was im Handgepäck erlaubt ist, steht in unserem Ratgeber zu E-Zigaretten im Flugzeug. Die rechtlichen Grundlagen aus der EU-Richtlinie fassen wir im Ratgeber zu TPD2 und TPD3 zusammen, und für Ihre Einkäufe bei uns gelten unsere AGB mit Alters- und Lieferbedingungen.

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Wie groß der Schwarzmarkt ist und warum er wächst

Wie viele Vapes in Deutschland illegal verkauft werden, weiß niemand genau, weil sich ein Schwarzmarkt der Statistik entzieht. Die vorhandenen Zahlen stammen überwiegend von Verbänden, und das sollten Sie beim Lesen im Hinterkopf behalten. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse beruft sich auf eine Studie des Fraunhofer-Instituts IIS aus dem Jahr 2026, nach der nahezu jede zweite konsumierte Einweg-E-Zigarette vom Schwarzmarkt stammt. Für 2025 beziffert der Verband die Steuerausfälle auf über 26 Millionen Euro. Bei einer Sammelaktion entsorgter Einwegvapes waren laut Berliner Zeitung in Bremen 40 Prozent und in Berlin und Hamburg jeweils 13 Prozent der Geräte illegal.

Die Behörden selbst zeichnen ein ähnliches Bild. Thomas Liebel, Vorsitzender der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft, sagte im März 2026, der Zoll müsse vor der Masse illegaler Tabak- und Nikotinprodukte „mehr oder minder kapitulieren“. Rund 90 Prozent der illegalen Ware kommen laut demselben Bericht der Berliner Zeitung aus China, häufig in gewöhnlichen Paketsendungen. Funde wie der aus Magdeburg zeigen, dass ein Teil der Ware inzwischen palettenweise per Lkw durch Europa rollt. Aus Händlersicht kann ich ergänzen, dass wir die Folgen jeden Tag sehen, wenn Kunden mit Geräten zu uns kommen, für die es weder Ersatzteile noch Gewährleistung gibt.

Steuern, Einwegverbot und EU-Pläne

Drei politische Baustellen werden den Schwarzmarkt in den kommenden Monaten beeinflussen. Ab dem 1. Januar 2027 steigt die Steuer auf Liquids von 0,32 auf 0,38 Euro je Milliliter, und mit jedem Cent wächst der Preisabstand zur unversteuerten Ware, wie wir im Beitrag zur Tabaksteuer-Panne zuletzt erläutert haben. Bundesumweltminister Carsten Schneider hat im Mai 2026 angekündigt, noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf für ein Verkaufsverbot von Einweg-E-Zigaretten vorzulegen, nachfüllbare Geräte wären davon nicht betroffen. Auf EU-Ebene hat die Kommission am 12. Oktober 2026 die Auswertung ihrer Konsultation zur Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie veröffentlicht, an der sich 41.693 Personen und Organisationen beteiligt haben, ein Vorschlag mit Folgenabschätzung wird bis Ende 2026 erwartet.

Was davon für Sie als Dampfer verbindlich wird, steht heute noch nicht fest. Eine neue Richtlinie, oft als TPD3 bezeichnet, gilt erst nach Verabschiedung in Brüssel und Umsetzung in deutsches Recht, und bis dahin bleiben die beschriebenen Regeln der TPD2 maßgebend für den Handel. Der Vollständigkeit halber: MaxVapor ist Mitglied im Bündnis für Tabakfreien Genuss, das sich in diesen Verfahren als Branchenverband für die E-Zigaretten-Wirtschaft äußert. Meine Einschätzung als Händler ist, dass Verbote nur dann wirken, wenn sie auch kontrolliert werden, sonst verschieben sie die Nachfrage zu Anbietern, die weder Steuern zahlen noch das Alter prüfen. Die politischen Debatten der letzten Monate begleiten wir im Beitrag zu Politik, Prävention und Steuerdebatte, frühere Entwicklungen des Marktes im Artikel zum wachsenden Liquid-Schwarzmarkt.

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Illegale Vapes melden, entsorgen und legal weiterdampfen

Wenn Sie in einem Geschäft oder online auf illegale Vapes stoßen, können Sie das melden, ohne sich selbst einem Risiko auszusetzen. In Berlin, Hamburg und Bremen betreibt der Bundesverband der Tabakwirtschaft das Portal vape-kontrolle.de, das Hinweise auf illegale Einwegvapes und Verstöße gegen den Jugendschutz automatisch an die zuständigen Behörden weiterleitet, eine bundesweite Ausweitung ist angekündigt. In allen anderen Regionen sind das örtliche Ordnungsamt oder die Lebensmittelüberwachung für Verstöße gegen das Tabakerzeugnisgesetz zuständig und der Zoll für unversteuerte Ware. Ein Foto der Verpackung mit fehlendem Steuerzeichen und die Adresse der Verkaufsstelle reichen den Behörden meist für einen ersten Anhaltspunkt.

Ein illegales Gerät, das Sie bereits besitzen, gehört nicht in den Hausmüll und auch nicht in die gelbe Tonne, weil der Lithium-Akku dort Brände auslösen kann. Seit Juli 2026 nehmen alle Verkaufsstellen E-Zigaretten zurück, und wo Sie alte Geräte, Pods und Akkus abgeben können, erklärt unser Beitrag E-Zigarette richtig entsorgen. Kleben Sie die Kontakte am besten mit Klebeband ab, bevor Sie das Gerät zur Sammelstelle bringen. Ein Weiterverkauf oder Verschenken scheidet aus, weil Sie damit selbst zum Teil des Problems würden.

Legale Alternativen zur Schmuggel-Vape

Viele greifen zu illegalen Vapes, weil sie lange halten und wenig kosten sollen. Beides lässt sich mit legalen Geräten oft besser lösen, als die meisten erwarten. Ein nachfüllbares Pod-System mit 2-ml-Tank hält mit einer Akkuladung meist einen Tag, und eine 10-ml-Flasche Nikotinsalz-Liquid oder klassisches Liquid mit Nikotin ersetzt mehrere Einweggeräte. Wer es so einfach wie möglich mag, findet in den Starter-Sets alles in einer Packung, und auch legale Einweg-E-Zigaretten mit Steuerzeichen sind weiterhin erhältlich, solange kein Verbot beschlossen ist. Für nikotinfreies Dampfen gibt es eigene E-Zigaretten ohne Nikotin, die ebenfalls versteuert sind.

Den Umstieg vom Einweggerät auf ein nachfüllbares System beschreiben wir Schritt für Schritt im Ratgeber Von Einweg zu Pod-Kits wechseln. Wenn Sie unsicher sind, welches Gerät zu Ihrem Zugverhalten passt, hilft die E-Zigaretten-Kaufberatung beim Eingrenzen. Und wer lieber in Ruhe weiterliest, findet alle Hintergründe zu Technik, Recht und Gesundheit in unseren Ratgebern. Bei Fragen zu einem konkreten Gerät können Sie mir auch gern ein Foto der Verpackung schicken, ich sage Ihnen dann, worauf Sie achten sollten.

Quellen und Datenstand

Ergänzend ausgewertet: 2Firsts (13.10.2026) mit der Aufstellung der Liquidmengen je Kontrolle sowie Generations Sans Tabac (Oktober 2026) zur Zusammensetzung der EU-Konsultation. Die Liquidmenge je Gerät und die Steuer je Gerät sind eigene Berechnungen aus den Zollangaben. Zahlen zum Marktanteil stammen von Verbänden der Tabak- und Nikotinwirtschaft und sind als Schätzungen zu verstehen. Stand: 29.10.2026.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich illegale Vapes?

An einem fehlenden deutschen Steuerzeichen, einer Füllmenge über 2 ml je Gerät, einem Nikotingehalt über 20 mg/ml, fehlenden deutschen Warnhinweisen und an Werbung mit fünfstelligen Zugzahlen. Auch Verkauf ohne Alterskontrolle oder über Messenger ist ein typisches Warnsignal.

Ist eine Vape mit 12.000 Zügen in Deutschland legal?

Als einzelnes Einweggerät praktisch nie, weil 12.000 Züge einen Tank weit über den erlaubten 2 ml voraussetzen. Legal sein können nur Systeme mit austauschbaren Pods, bei denen jeder Pod höchstens 2 ml fasst und die Zugzahl über mehrere Pods zusammengerechnet wird.

Mache ich mich strafbar, wenn ich eine illegale Vape kaufe?

Möglich ist das. Der Kauf unversteuerter Ware kann nach § 374 Abgabenordnung als Steuerhehlerei gewertet werden, der Strafrahmen reicht bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Wie Behörden bei Einzelstücken für den Eigenbedarf vorgehen, hängt vom Einzelfall ab, zusätzlich kann die Steuer nachgefordert werden.

Sind illegale Vapes gefährlich?

Bei illegalen Vapes fehlen Meldepflicht, Inhaltsstoffkontrolle und Sicherheitsprüfung, deshalb ist unklar, was im Tank steckt und ob die Nikotinangabe stimmt. Häufig liegt der Nikotingehalt über 20 mg/ml. Bei Beschwerden oder Fragen zum Nikotinkonsum sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Wo kann ich illegale Vapes melden?

In Berlin, Hamburg und Bremen über das Portal vape-kontrolle.de, das Hinweise an die zuständigen Behörden weiterleitet. Bundesweit sind das Ordnungsamt oder die Lebensmittelüberwachung für Verstöße gegen das Tabakerzeugnisgesetz zuständig und der Zoll für unversteuerte Ware.

Wie groß ist der Schwarzmarkt für E-Zigaretten in Deutschland?

Genaue Zahlen gibt es nicht. Der Branchenverband BVTE beruft sich auf eine Fraunhofer-Studie, nach der nahezu jede zweite konsumierte Einweg-E-Zigarette vom Schwarzmarkt stammt, und beziffert die Steuerausfälle 2025 auf über 26 Millionen Euro. Diese Werte sind Schätzungen.

Was mache ich mit einer illegalen Vape, die ich schon habe?

Nicht weiterverkaufen und nicht in den Hausmüll werfen, weil der Lithium-Akku Brände auslösen kann. Kleben Sie die Kontakte ab und geben Sie das Gerät an einer Sammelstelle oder einer Verkaufsstelle für E-Zigaretten ab, die zur Rücknahme verpflichtet ist.

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Über den Autor

Profilbild von Oliver Prust, Gründer von MaxVapor

Oliver Prust

Gründer & Geschäftsführer, MaxVapor

Gründer von MaxVapor.de, Fachhandel seit 2008, spezialisiert auf E-Zigaretten seit 2012. 14 Jahre Erfahrung in Produktberatung, TPD2-Compliance und der Prüfung von Verpackung, Kennzeichnung und Steuerzeichen im Wareneingang. Mitglied im Bündnis für Tabakfreien Genuss e.V. und verantwortlich für Produktprüfung und Kundenkommunikation bei MaxVapor.

Qualifikation: • Unternehmensgründung 2008
• E-Zigaretten-Fachhandel seit 2012
• Fachkenntnisse TPD2-Richtlinien
• Mitglied im BfTG
• Eingetragener Kaufmann

Erstveröffentlichung: 29.10.2026 · Zuletzt aktualisiert: 29.10.2026. Inhalte werden redaktionell geprüft. Keine Gesundheitsversprechen und keine Rechtsberatung; alle Angaben ohne Gewähr, verbindlich sind allein die Gesetzestexte und die Entscheidungen der zuständigen Behörden. Hinweis zur Transparenz: MaxVapor ist Mitglied im BfTG; Marktzahlen in diesem Beitrag stammen teilweise vom BVTE, einem Verband der Tabak- und Nikotinwirtschaft.

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