Risiken durchs Dampfen – was wirklich stimmt
E-Zigaretten und Liquids sind ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Nikotin kann abhängig machen.
Geprüft von Oliver Prust · Inhaber MaxVapor.de, seit 2012 auf E-Zigaretten spezialisiert · Zuletzt aktualisiert: Januar 2026
Kurz & Knapp: Risiken beim Dampfen
- 95 % weniger Schadstoffe – laut Public Health England im Vergleich zu Tabakzigaretten
- Keine Verbrennung – kein Teer, kein Kohlenmonoxid beim Verdampfen
- Rauchstopp-Hilfe – bis zu 70 % höhere Erfolgsquote als NRT
- UK vs. DE: 10,6 % Raucherquote in Großbritannien, 28 % in Deutschland
- Passivdampfen: Dampf verflüchtigt sich in 30 Sekunden (Rauch: 20 Minuten)
- Nicht risikofrei: Für E-Zigaretten gilt: weniger schädlich als Rauchen, nicht harmlos
- Nur für Erwachsene: Verkauf an Minderjährige ist gesetzlich verboten (§10 JuSchG)
Seit ihrer Einführung steht die E-Zigarette im Zentrum hitziger Debatten. Gegner aus der Tabakindustrie und von Nikotinersatzprodukten haben wiederholt versucht, durch verzerrte Aussagen Zweifel zu säen. Die WHO behauptete etwa, Dampfen sei gefährlicher als Rauchen – eine These, die angesichts des fehlenden Verbrennungsprozesses wissenschaftlich nicht haltbar ist. Hersteller, Händler und Konsumenten bemühen sich deshalb seit Jahren, auf Basis von Studien und Metaanalysen für Aufklärung zu sorgen. Eine groß angelegte Untersuchung der University of Victoria (Kanada) mit über 170 wissenschaftlichen Arbeiten bestätigte, dass E-Zigaretten deutlich weniger schädlich sind als Tabakzigaretten. Der oft zitierte Gateway-Effekt – die Behauptung, Dampfen führe automatisch zum Rauchen – wurde ebenfalls widerlegt. Dennoch zeigen aktuelle Daten, dass Risiken bestehen, vor allem im Vergleich zu Menschen, die weder rauchen noch dampfen.
Was die Studienlage zeigt
Die Schadstoffbelastung beim Vapen liegt laut Public Health England etwa 95 % unter der von Tabakzigaretten. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024, die 15 unabhängige Studien zusammenfasste, kam sogar auf eine Reduktion um 98 % pro Zug. Diese Zahlen sind eindrucksvoll, aber sie bedeuten nicht, dass Dampfen völlig harmlos ist. Das COPD-Risiko fällt bei Dampfern 30–40 % niedriger aus als bei Rauchern, bleibt aber über dem Niveau von Nichtrauchern. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt das Risiko etwa 20–25 % unter dem von Rauchern, gleichzeitig etwa 10 % über dem von Menschen ohne jeglichen Konsum. Krebs-Biomarker liegen im Schnitt 50–70 % niedriger als bei Tabakrauchern – laut einer Studie in Tobacco Control aus dem Jahr 2018 sogar um 99,6 % –, jedoch ohne absolute Risikofreiheit.
Kritisch bleibt die Nutzung durch Jugendliche: Studien belegen bei ihnen ein um 15 % erhöhtes Risiko für Depressionen sowie bei bis zu 18 % Atemprobleme. E-Zigaretten sind ausschließlich für erwachsene Raucher als schadensmindernde Alternative gedacht – der Verkauf an Minderjährige ist in Deutschland durch §10 JuSchG strikt verboten. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit dokumentiert jedoch auch einen positiven Trend: Die Raucherquote bei 12- bis 17-Jährigen in Deutschland ist von 27,5 % im Jahr 2001 auf 6,8 % im Jahr 2023 gesunken. Rund 20 % aller Rauchstopp-Versuche setzen mittlerweile auf die E-Zigarette – etwa mit kompakten Pod-Systemen – mit einer bis zu 70 % höheren Erfolgsquote als klassische Ersatzmittel wie Pflaster oder Kaugummis.
Vergleichstabelle: Risiken von Rauchen, Dampfen und Abstinenz
| Gesundheitsfaktor | Raucher | Dampfer | Nichtraucher |
|---|---|---|---|
| Schadstoffbelastung | 100 % | ca. 2–5 % | 0 % |
| COPD-Risiko | sehr hoch | 30–40 % niedriger | minimal |
| Herz-Kreislauf-Erkrankungen | sehr hoch | 20–25 % niedriger | sehr gering |
| Krebs-Biomarker | maximal | 50–99 % niedriger | kaum messbar |
| Psychische Belastung (Jugend) | stark | +15 % Risiko für Depressionen | normal |
| Erfolgsquote Rauchstopp | niedrig | +70 % höher vs. NRT | entfällt |
Projekte wie der Dokumentarfilm „A Billion Lives" beleuchten die Interessenkonflikte zwischen Politik, Tabak- und Pharmakonzernen. E-Zigaretten sind ein weniger schädliches, aber nicht risikofreies Produkt, das erwachsenen Rauchern helfen kann, vom Tabak loszukommen – für Jugendliche und Nichtraucher jedoch nicht geeignet.
Deutschland und Großbritannien im Vergleich
Die kanadische Metastudie „Clearing The Air!" wollte Ordnung in das Dickicht aus Mythen, falschen Behauptungen und bewusster Irreführung bringen. Das Team um Marjorie MacDonald sichtete über 170 wissenschaftliche Arbeiten und stellte fest: Mit dem Anstieg der Nutzung von E-Zigaretten geht der klassische Tabakkonsum messbar zurück. Dieser Trend zeigt sich in verschiedenen Ländern unterschiedlich stark – besonders auffällig ist der Unterschied zwischen Deutschland und Großbritannien, wo völlig verschiedene gesundheitspolitische Ansätze verfolgt werden.
In Großbritannien dampfen laut dem Office for National Statistics (ONS) mittlerweile rund 5,4 Millionen Erwachsene – erstmals mehr als die 4,9 Millionen aktuellen Raucher. Der Anteil der Raucher ist auf historisch niedrige 10,6 % gesunken (Stand 2024). Eine Studie des University College London (UCL) vom November 2024 zeigt: Etwa 2,2 Millionen ehemalige Raucher in England haben dank der E-Zigarette dauerhaft mit dem Tabak aufgehört. Von denjenigen, die in den letzten fünf Jahren aufhörten, nutzten 65 % die E-Zigarette als Ausstiegshilfe. Der britische National Health Service (NHS) empfiehlt E-Zigaretten aktiv zur Rauchentwöhnung – ein Ansatz, der als „Harm Reduction" bezeichnet wird und auf Schadensminimierung setzt.
In Deutschland sieht die Lage anders aus. Die DEBRA-Studie der Universität Düsseldorf (Februar 2025) zählt rund 1,6 Millionen regelmäßige erwachsene Dampfer, die täglich ihre E-Liquids verdampfen – das entspricht etwa 2,3 % der Bevölkerung ab 14 Jahren. Die Raucherquote liegt mit 28 % deutlich über dem europäischen Durchschnitt und hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. Während das NHS in Großbritannien aktiv auf E-Zigaretten setzt, werden sie hierzulande von offizieller Seite eher skeptisch betrachtet – eine klare Positionierung zur Harm Reduction fehlt. Dennoch geben laut Umfragen über 40 % der deutschen Dampfer an, die E-Zigarette bewusst zum Rauchstopp genutzt zu haben.
Aktuelle Zahlen: Deutschland vs. Großbritannien (2024/2025)
| Kategorie | Deutschland | Großbritannien |
|---|---|---|
| Regelmäßige erwachsene Dampfer | ca. 1,6 Mio. (2,3 %) | 5,4 Mio. (10 %) |
| Raucherquote | ca. 28 % | 10,6 % |
| Ex-Raucher dank E-Zigarette | keine offiziellen Daten | 2,2 Mio. |
| Offizielle Empfehlung zur Rauchentwöhnung | Nein | Ja (NHS) |
Warum der Dampf weniger belastend ist
Der Dampf einer E-Zigarette enthält erheblich weniger gesundheitsschädliche Substanzen als Tabakrauch. Der entscheidende Unterschied: Bei der E-Zigarette findet keine Verbrennung statt, sondern ein Verdampfungsvorgang, bei dem eine Flüssigkeit in einem Verdampfer erhitzt wird. Dadurch entstehen weder Teer noch viele der giftigen Nebenprodukte, die beim Verbrennen von Tabak freigesetzt werden. Während im Zigarettenrauch bis zu 79 eindeutig toxische Stoffe nachgewiesen wurden, enthält der Dampf von E-Zigaretten lediglich etwa 18 potenziell kritische Substanzen – und das zudem in deutlich geringerer Konzentration. Entscheidend ist nicht nur die Anzahl, sondern vor allem die Dosis, die beim Inhalieren aufgenommen wird.
Auch beim Passivdampfen zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Herkömmlicher Tabakrauch verbleibt in Innenräumen etwa 20 Minuten, der Dampf einer E-Zigarette löst sich bereits nach 30 Sekunden auf. Für anwesende Nichtraucher bedeutet das eine erheblich geringere Belastung der Atemluft – ob in der Familie, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum.
„Die Öffentlichkeit ist in die Irre geführt worden, was die Risiken der E-Zigarette anbelangt. Viele Leute denken, sie sei ebenso gefährlich wie das Rauchen von Tabak. Doch die Ergebnisse zeigen, dass das völlig falsch ist." – Prof. Dr. Tim Stockwell, Direktor des Instituts für Suchtforschung an der University of Victoria
Unterstützung beim Aufhören und leichterer Umstieg
Internationale Studien bestätigen die Wirksamkeit von E-Zigaretten beim Rauchstopp. Daten aus Irland zeigen: Laut der Gesundheitsbehörde Health Information and Quality Authority (HIQA) sind E-Zigaretten als Hilfsmittel beim Rauchstopp mindestens ebenso wirksam wie klassische Nikotinersatztherapien wie Pflaster oder Kaugummis. Die Cochrane-Review aus dem Jahr 2025 – international anerkannt für evidenzbasierte Gesundheitsrichtlinien – bestätigte sogar, dass E-Zigaretten effektiver als herkömmliche Nikotinersatztherapien sind, um Rauchern langfristig beim Aufhören zu helfen.
In Irland gaben rund 29 % der Raucher an, mithilfe von E-Zigaretten den Schritt weg vom Tabak gewagt zu haben. Diese Empfehlung richtet sich ausschließlich an aktive Raucher und keineswegs an Nichtraucher. Für Menschen, die bereits Tabak konsumieren, stellt die E-Zigarette eine weniger schädliche und zugleich wirksame Alternative dar, die den Übergang zu einem rauchfreien Leben erleichtern kann. Besonders Startersets eignen sich für den Umstieg, da sie alles Nötige enthalten. Der Vorteil gegenüber Pflastern oder Kaugummis: Die E-Zigarette ersetzt nicht nur das Nikotin, sondern auch das Ritual des Rauchens – das Inhalieren, das Halten eines Gegenstands, die bewusste Pause. Diese psychologische Komponente unterschätzen viele klassische Ersatztherapien.
„Die HIQA-Studie ist für die hiesige Branche ein wertvolles Signal zum Potential der E-Zigarette. Gerade in der politischen Diskussion in Deutschland werden positive wissenschaftliche Argumente für die E-Zigarette oft übersehen, Studien offizieller Behörden aus dem EU-Ausland können aber auch hierzulande als richtungsweisende Belege für die Vorteile der elektronischen Zigarette gewertet werden." – Dustin Dahlmann, Vorsitzender des BfTG
Marjorie MacDonald fasst es in der kanadischen Metastudie „Clearing The Air!" so zusammen: „Aus Sicht der Gesundheitsvorsorge ist es positiv, wenn Menschen zu weniger schädlichen Alternativen wie der E-Zigarette greifen." Die E-Zigarette steht damit nicht nur als Symbol einer lebendigen Dampfer-Community, sondern auch als Chance zur Reduktion tabakbedingter Erkrankungen.
Häufige Fragen zu Risiken beim Dampfen
Wie hoch sind die gesundheitlichen Risiken beim Dampfen im Vergleich zum Rauchen?
Laut Public Health England liegt die Schadstoffbelastung beim Dampfen etwa 95 % unter der von Tabakzigaretten. Eine Metaanalyse aus 2024 kam sogar auf 98 % weniger schädliche Substanzen. Risiken für COPD und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind deutlich reduziert, liegen aber noch über dem Niveau von Nichtrauchern.
Ist Dampfen weniger belastend für die Raumluft?
Ja. Beim Vapen findet keine Verbrennung statt, sondern eine Verdampfung. Während Zigarettenrauch bis zu 20 Minuten in Räumen verbleibt, verflüchtigt sich E-Zigaretten-Dampf in rund 30 Sekunden. Das reduziert die Belastung der Raumluft und das Risiko für anwesende Nichtraucher erheblich.
Wie viele Menschen dampfen in Deutschland?
Laut der DEBRA-Studie der Universität Düsseldorf (Stand Februar 2025) gibt es in Deutschland etwa 1,6 Millionen regelmäßige erwachsene Dampfer. Das entspricht rund 2,3 % der Bevölkerung ab 14 Jahren. In Großbritannien sind es mit 5,4 Millionen Dampfern deutlich mehr.
Können E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen?
Ja. Die Cochrane-Review 2025 bestätigte, dass E-Zigaretten effektiver sind als klassische Nikotinersatztherapien wie Pflaster oder Kaugummis. In Großbritannien nutzten 65 % derjenigen, die in den letzten fünf Jahren aufhörten, eine E-Zigarette als Ausstiegshilfe.
Ist Dampfen für Jugendliche geeignet?
Nein. E-Zigaretten sind ausschließlich für erwachsene Raucher als schadensmindernde Alternative gedacht. Studien zeigen bei Jugendlichen ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Atemprobleme. Der Verkauf an Minderjährige ist in Deutschland gesetzlich verboten (§10 JuSchG).
Welche Schadstoffe enthält E-Zigaretten-Dampf?
Während Zigarettenrauch bis zu 79 eindeutig toxische Stoffe enthält (davon 25 nachweislich krebserregend), wurden im E-Zigaretten-Dampf etwa 18 potenziell kritische Substanzen nachgewiesen – in deutlich geringerer Konzentration. Teer und Kohlenmonoxid entstehen beim Verdampfen nicht.
Führt Dampfen zum Rauchen (Gateway-Effekt)?
Nein. Diese Behauptung wurde durch mehrere Studien widerlegt, darunter die kanadische Metastudie „Clearing The Air!" der University of Victoria. E-Zigaretten werden primär von ehemaligen oder aktuellen Rauchern als Ausstiegshilfe genutzt, nicht als Einstieg ins Rauchen.
Warum ist die Raucherquote in Deutschland höher als in Großbritannien?
In Deutschland liegt die Raucherquote bei etwa 28 %, in Großbritannien bei nur 10,6 % (Stand 2024). Großbritannien setzt seit Jahren aktiv auf Harm Reduction und empfiehlt E-Zigaretten offiziell zur Rauchentwöhnung über den NHS. In Deutschland fehlt diese staatliche Unterstützung bislang.
Quellen und Studien
Über den Autor
Gründer & Geschäftsführer, MaxVapor
MaxVapor wurde 2008 gegründet; seit 2012 mit Spezialisierung auf E-Zigaretten und Liquids. Über 14 Jahre Expertise in Produktberatung, TPD2-Compliance und technischer Beratung. Verantwortlich für Produktprüfung und Kundenkommunikation bei MaxVapor.
Qualifikation: • Unternehmensgründung 2008
• E-Zigaretten-Fachhandel seit 2012
• Fachkenntnisse TPD2-Richtlinien
• Produktschulung & Beratung
• Eingetragener Kaufmann
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