Die Entwicklung der Dampfer-Community – Von Nische zur weltweiten Bewegung
E-Zigaretten und Liquids sind ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Nikotin kann abhängig machen.
Geprüft von Oliver Prust · Inhaber MaxVapor.de, seit 2012 auf E-Zigaretten spezialisiert · Zuletzt aktualisiert: Januar 2026
Kurz & Knapp: Dampfer-Community 2026
- Weltweit ca. 82 Mio. Vaper – davon rund 1,5 Mio. in Deutschland
- DIY-Mentalität seit den Anfängen mit Trogs Screwdriver (2009)
- Community-Hardware: Brunhilde RDTA von 103 Dampfern entwickelt
- Vernetzung: Stammtische, e-dampfen-forum, Steamshots auf YouTube
- Politisches Engagement: „Vaping Is NOT Tobacco" mit 50.000 Unterstützern
- 2027: EU-Batterieverordnung beendet Einweg-Vapes, Pod-Systeme bleiben
- Messen: Hall of Vape Stuttgart, VapersCom Dortmund
Rund um die E-Zigarette hat sich eine aktive Szene gebildet, die weit mehr tut als gemeinsam zu dampfen. An Stammtischen, in Foren und über soziale Medien tauschen sich Vaper aus, diskutieren über neue Hardware und Liquids, entwickeln eigene Produkte und mischen sich politisch ein. Ich bin seit 2012 Teil dieser Szene und habe miterlebt, wie aus einer kleinen Gruppe technikbegeisterter Bastler eine Bewegung mit heute rund 82 Millionen Menschen wurde. In diesem Ratgeber geht es um die Geschichte, die wichtigsten Akteure und die aktuellen Entwicklungen rund um das Einweg-Verbot.
Die Geschichte der E-Zigarette – von Gilbert bis Gamucci
Die E-Zigarette ist älter, als viele vermuten. Schon 1963 meldete der US-Amerikaner H.A. Gilbert ein Patent für eine elektronische Zigarette an, die Tabak erhitzen statt verbrennen sollte. Sein Konzept wurde nie produziert, die Idee verschwand für Jahrzehnte in den Schubladen. Erst 2004 brachte der chinesische Entwickler Hon Lik eine marktreife E-Zigarette heraus, die allerdings noch mit Ultraschallwellen arbeitete – ein Funktionsprinzip, das sich von heutigen Geräten stark unterscheidet.
Der eigentliche Vorläufer moderner E-Zigaretten ist der 2006 vom britischen Unternehmen Gamucci entwickelte Cartomizer. Er arbeitete erstmals mit einer erhitzten Spule – das Prinzip, auf dem bis heute nahezu alle Verdampfer basieren. Wer sich für die technischen Details interessiert, findet im Ratgeber zur Funktionsweise von E-Zigaretten ausführliche Erklärungen. Danach ging es schnell: Die ersten engagierten Nutzer bauten eigene Modifikationen.
Trogs Screwdriver und die ersten Flashlight Mods
Den frühen Anwendern – damals oft noch als „E-Raucher" bezeichnet – waren die Akkus der Hersteller zu schwach, die Laufzeit zu kurz, die Dampfleistung unbefriedigend. Das Gamucci-Gerät kam 2007 auf den britischen Markt, doch bereits Anfang 2009 stellte der YouTuber GrimmGreen – heute mit fast 410.000 Abonnenten einer der größten Influencer der Szene – Trogs Screwdriver vor: einen umgebauten elektrischen Schraubendreher, angepasst für den Betrieb mit einem Cartomizer.
So entstand der Begriff „Mod": Die ersten Mods waren modifizierte Taschenlampen, Schraubendreher oder andere Elektrogeräte mit wechselbaren Akkus. Aus heutiger Sicht wirken solche Eigenbauten riskant, doch sie waren der Anfang. Der erste Akkuträger für E-Zigaretten kam nicht aus einem Industriekonzern, sondern aus der Werkstatt eines Bastlers. Diese DIY-Mentalität prägt die Szene bis heute.
Vernetzung der Dampfer-Community – Stammtische, Foren und YouTube
Dampfer-Stammtische begannen in Kneipen oder privaten Räumen und finden heute in vielen Vape-Shops statt. Diese Treffen bleiben wichtig, um Erfahrungen auszutauschen, neue Geräte zu testen und gemeinsam Liquids zu probieren. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, findet online zahlreiche Anlaufstellen.
Das e-dampfen-forum – ursprünglich e-rauchen-forum – dient seit Jahren als Anlaufstelle für Selbstwickler-Tipps, Gerätetests und rechtliche Fragen. Der Dampfertreff gehört zu den größten deutschsprachigen Foren. Der BVRA (Bundesverband Rauchfreie Alternative e.V.) vertritt die Belange der Dampfer gegenüber Politik und Öffentlichkeit – besonders jetzt, wo die Regulierung zunimmt.
Auf YouTube ist der Kanal Steamshots für viele die erste Adresse: Betreiber Thomas Frohnert hat mehr als 318 Videos zu E-Zigaretten, Liquids und der Community veröffentlicht und zählt rund 108.000 Abonnenten. Wenn Sie neu einsteigen, sind seine Reviews ein guter Startpunkt.
Messen als Treffpunkte
Die Hall of Vape in Stuttgart ist die größte deutsche Dampfermesse – ich war mehrfach dort und kann sie jedem empfehlen, der Hardware anfassen will, bevor er kauft. Die VapersCom in Dortmund richtet sich besonders an Endverbraucher: Verdampfer, Liquids, Aromen, Zubehör – alles zum Testen. International gibt es die World Vape Shows in Dubai, Miami und anderen Metropolen.
Von Euphrat bis Brunhilde – Hardware aus der Community
In kaum einer Branche haben Anwender so viel Einfluss auf die Produkte wie hier. Aus Vapern wurden Entwickler, Hersteller und Unternehmer. Falk Wissendorf schuf mit dem Euphrat RDA einen legendären Tröpfelverdampfer – nicht als Geschäftsmann, sondern als Dampfer, der für sich und Gleichgesinnte den besten Verdampfer bauen wollte.
Große Marken greifen auf den Input der Szene zurück: Mike Vapes arbeitete mit Vandy Vape und Augvape, Phil Busardo und Dimitris Agrafiotis mit Innokin. Diese Partnerschaften bringen Produkte hervor, die von Herstellern nicht am Schreibtisch konstruiert, sondern praxisnah entwickelt wurden.
Besonders stolz ist die Szene auf die Brunhilde RDTA. 2018 rief der YouTuber Martin Hartkopf alias Dampfwolke 7 über Facebook zur gemeinsamen Entwicklung eines Selbstwickel-Tankverdampfers auf. Mit 102 Mitstreitern entstand die Gruppe German 103, die ein Jahr lang konstruierte, testete und optimierte. Vapefly übernahm die Produktion – 2019 kam die Brunhilde auf den Markt. Ich habe sie selbst getestet: Der Geschmack ist intensiv, das Wickeln braucht etwas Übung.
Vaping Is NOT Tobacco – politisches Engagement der Community
Die Szene hat früh begriffen, dass politische Entscheidungen ihre Zukunft bestimmen. Da viele Außenstehende die E-Zigarette für gefährlich halten, stehen Vaper regelmäßig in der Kritik. Engagierte Nutzer klären auf und räumen Missverständnisse aus.
Die europäische Bürgerinitiative „Vaping Is NOT Tobacco" fordert eine eigenständige Regulierung von E-Zigaretten – getrennt von Tabakprodukten. Rund 50.000 Menschen haben europaweit unterschrieben. Der Blogger Joey Hoffmann analysiert auf vapers.guru Studien und Gesetzesentwürfe. Als 2019 illegale THC-Kartuschen in den USA für Schlagzeilen sorgten, klärte die Initiative „Dampfen statt Rauchen" über die tatsächlichen Ursachen auf: Es waren gepanschte Schwarzmarktprodukte, keine regulären E-Zigaretten.
Aktuelle Entwicklungen 2025–2027 – EU-Batterieverordnung beendet Einweg-Vapes
Die EU-Batterieverordnung (2023/1542) schreibt vor, dass ab Februar 2027 nur noch Geräte verkauft werden dürfen, deren Batterien „leicht entfernt und ausgetauscht werden können". Für Einweg-E-Zigaretten mit fest verbauten Lithium-Akkus bedeutet das faktisch das Aus. Belgien und Frankreich haben bereits nationale Verbote umgesetzt, Großbritannien folgte im Juni 2025. In Deutschland werden jährlich rund 60 Millionen Einweg-Vapes entsorgt – deren Akkus verursachen Brände in Entsorgungsanlagen und belasten die Umwelt.
Wer bereits Pod-Systeme, Akkuträger oder Verdampfer mit wechselbaren Akkus nutzt, muss sich keine Sorgen machen. Das Verbot trifft nur Einwegprodukte mit fest verbauten Batterien. Mein Tipp für Neueinsteiger: Greifen Sie direkt zu einem Pod-System mit wechselbaren Pods – die Anschaffung ist ähnlich günstig, aber auf Dauer sparen Sie Geld und schonen die Umwelt.
Flavor-Ban-Diskussionen in Europa
Parallel diskutiert die EU über Geschmacksverbote. Finnland, Ungarn und die Niederlande erlauben bereits nur noch Tabakgeschmack. In Deutschland gibt es solche Pläne bisher nicht. Ich bekomme die Frage nach Aroma-Verboten seit Jahren gestellt: Viele Ex-Raucher betonen, dass gerade der angenehme Geschmack ihnen den Umstieg erleichtert hat. Wer sich für die rechtlichen Grundlagen interessiert, findet im TPD2-Ratgeber alle aktuellen Vorschriften.
Dampfer-Community weltweit – Zahlen und Fakten
| Kategorie | Fakten |
|---|---|
| Vaper weltweit (2025) | ca. 82 Millionen |
| Vaper in Deutschland | ca. 1,5 Millionen |
| Vaper in den USA | ca. 20,7 Millionen |
| Erstes Patent | 1963 (H.A. Gilbert, USA) |
| Erste Markteinführung | 2004 (Hon Lik, China) |
| Erster Cartomizer | 2006 (Gamucci, UK) |
| Trogs Screwdriver | 2009 – erster Community-Akkuträger |
| Brunhilde RDTA | 2019 – von German 103 entwickelt |
| EU-Batterieverordnung | Ab 02/2027: wechselbare Akkus Pflicht |
Die Zukunft der Dampfer-Community
Nach dem Aus für Einweg-Vapes werden modulare Systeme noch wichtiger. Statt komplette Geräte zu ersetzen, tauschen viele Dampfer nur noch einzelne Komponenten wie Akkus oder Verdampferköpfe aus – günstiger, ressourcenschonender und ganz im Geist der frühen Bastler.
Bei der Hardware tut sich einiges: Präzisere Temperaturkontrolle verhindert trockene Züge, größere Akkukapazitäten verlängern die Laufzeit, und per App lassen sich Einstellungen speichern und teilen. Einige Hersteller experimentieren mit Bio-Glycerin und natürlichen Aromen in ihren Liquids. Die Community wird weiter testen, Feedback geben und sich gegen überzogene Regulierungen wehren – so wie seit 2009.
Was mich nach über einem Jahrzehnt immer noch fasziniert: Der Zusammenhalt. Dampfer helfen sich gegenseitig, teilen Wissen und stehen füreinander ein, wenn es politisch eng wird. Ob Sie gerade erst anfangen oder seit Jahren dabei sind – Sie sind Teil einer Gemeinschaft, die in der Werkstatt eines Bastlers begann und heute Menschen auf der ganzen Welt verbindet.
Häufige Fragen
Wie groß ist die Dampfer-Community heute?
2025 nutzen rund 1,5 Mio. Menschen in Deutschland regelmäßig E-Zigaretten, etwa 20,7 Mio. in den USA und ca. 82 Mio. weltweit.
Was war Trogs Screwdriver?
Ein umgebauter elektrischer Schraubendreher für Cartomizer, 2009 vom Bastler „Trog" entwickelt. Er gilt als erster Community-Akkuträger und Ursprung des Begriffs „Mod".
Wie entstand die Brunhilde RDTA?
2018 rief YouTuber Dampfwolke 7 zur gemeinsamen Entwicklung auf. 102 Vaper bildeten die Gruppe German 103, konstruierten und testeten ein Jahr lang. 2019 übernahm Vapefly die Produktion.
Wo vernetzt sich die Dampfer-Community?
Vor Ort über Stammtische in Vape-Shops, online über Foren wie den Dampfertreff oder das e-dampfen-forum. Auf YouTube ist Steamshots mit 108.000 Abonnenten der größte deutschsprachige Kanal.
Was ist „Vaping Is NOT Tobacco"?
Eine europäische Bürgerinitiative für die eigenständige Regulierung von E-Zigaretten, unabhängig von Tabakprodukten. Rund 50.000 Menschen haben europaweit unterschrieben.
Warum werden Einweg-Vapes verboten?
Die EU-Batterieverordnung schreibt ab Februar 2027 wechselbare Akkus vor. Einweg-Vapes mit fest verbauten Lithium-Batterien erfüllen diese Anforderung nicht und dürfen dann nicht mehr verkauft werden.
Was ändert sich für erfahrene Dampfer durch das Einweg-Verbot?
Wenig. Wiederverwendbare Pod-Systeme, Akkuträger und Verdampfer mit wechselbaren Komponenten bleiben erlaubt. Das Verbot trifft vor allem Einwegprodukte mit fest verbauten Akkus.
Welche Messen sind für Dampfer wichtig?
Die Hall of Vape Stuttgart ist die größte deutsche Dampfermesse. Die VapersCom in Dortmund richtet sich besonders an Endverbraucher. International finden die World Vape Shows in Dubai, Miami und anderen Städten statt.
Wer ist der BVRA?
Der Bundesverband Rauchfreie Alternative e.V. setzt sich für die Interessen der Dampfer ein und vertritt sie gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
Kommt ein Geschmacksverbot für Liquids in Deutschland?
Bisher plant Deutschland keine solchen Einschränkungen. Finnland, Ungarn und die Niederlande erlauben bereits nur noch Tabakgeschmack. Die Diskussion auf EU-Ebene läuft.
Über den Autor
Gründer & Geschäftsführer, MaxVapor
MaxVapor wurde 2008 gegründet; seit 2012 mit Spezialisierung auf E-Zigaretten und Liquids. Über 14 Jahre Expertise in Produktberatung, TPD2-Compliance und technischer Beratung. Verantwortlich für Produktprüfung und Kundenkommunikation bei MaxVapor.
Qualifikation: • Unternehmensgründung 2008
• E-Zigaretten-Fachhandel seit 2012
• Fachkenntnisse TPD2-Richtlinien
• Produktschulung & Beratung
• Eingetragener Kaufmann
Erstveröffentlichung: · Zuletzt aktualisiert: . Inhalte werden redaktionell geprüft. Keine Gesundheitsversprechen; alle Angaben ohne Gewähr.
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