5 E-Zigaretten-Mythen im Faktencheck – Stimmt das wirklich?
E-Zigaretten und Liquids sind ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Nikotin kann abhängig machen.
Geprüft von Oliver Prust · Inhaber MaxVapor.de, seit 2012 auf E-Zigaretten spezialisiert · Zuletzt aktualisiert: Januar 2026
Kurz & Knapp: E-Zigaretten Mythen vs. Fakten
- 95 % weniger schädlich – bestätigt durch OHID (ehem. PHE) und wiederholte Studien bis 2025
- Keine Tabakindustrie-Erfindung – unabhängige Entwicklung seit 2003, Fachhandel seit 2007
- Langzeitstudien existieren – u.a. Universität Catania (3,5 Jahre), keine Lungenschäden festgestellt
- Passivdampf unbedenklich – kein Nebenstromrauch, keine messbaren Schadstoffe für Dritte
- Gateway-Theorie entkräftet – Raucherquote bei Jugendlichen sinkt, Studien bestätigen das
- Tipp: Faktenbasierte Beratung beim Fachhandel einholen
- Jugendschutz: Verkauf nur an Erwachsene, keine Werbung an Minderjährige
Warum sich Mythen so beharrlich halten
Inzwischen nutzen mehrere Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig eine E-Zigarette, und obwohl das Produkt seit 2007 auf dem Markt erhältlich ist, halten sich zahlreiche Mythen und falsche Vorstellungen mit erstaunlicher Zähigkeit. Das liegt zum Teil an einer Berichterstattung, die jahrelang auf Schlagzeilen statt auf differenzierte Einordnung gesetzt hat, und zum Teil an der natürlichen Skepsis gegenüber allem, was irgendwie nach Rauchen aussieht, ohne es zu sein. Das Resultat ist ein oft verzerrtes Bild in der Öffentlichkeit, das viele umstiegswillige Raucher und deren Angehörige verunsichert – selbst wer sich über ein Starter-Set informieren möchte, trifft auf widersprüchliche Aussagen.
Laut aktuellen Umfragen ist sogar mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung der Meinung, dass E-Zigaretten mindestens ebenso gesundheitsschädlich seien wie klassische Tabakzigaretten – eine Einschätzung, die dem Stand der Wissenschaft deutlich widerspricht. Als Inhaber eines Fachhandels, der seit 2012 auf E-Zigaretten spezialisiert ist, begegnen mir diese Fehlinformationen täglich, und genau hier setzen wir an: Ziel dieses Ratgebers ist es, verbreitete Vorurteile kritisch zu hinterfragen und auf Grundlage nachvollziehbarer Fakten mehr Klarheit zu schaffen. Dabei beziehe ich mich ausschließlich auf wissenschaftliche Quellen und offizielle Berichte von Gesundheitsbehörden – nicht auf Meinungen oder Marketingversprechen.
Mythos 1: „E-Zigaretten richten denselben Schaden an wie Tabakzigaretten."
Fakt: Die wissenschaftliche Datenlage zeigt eindeutig, dass E-Zigaretten im Vergleich zu klassischen Tabakprodukten erheblich weniger gesundheitsschädlich sind. Bereits 2015 veröffentlichte die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) – heute bekannt als OHID – einen umfassenden Bericht, der feststellte, dass der beim Dampfen entstehende VG/PG-Aerosol mindestens 95 % weniger schädlich ist als herkömmlicher Tabakrauch. Diese Einschätzung wurde 2018 und erneut 2022 in weiteren Publikationen bestätigt, wobei die Behörde auch 2024 und 2025 an ihrer Bewertung festhielt.
Die Behörde kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass das Risiko, durch den Konsum von E-Zigaretten an Krebs zu erkranken, im Vergleich zum Rauchen von Tabakzigaretten um etwa 99,5 % geringer ausfällt. Diese Zahlen klingen spektakulär, sind aber bei näherer Betrachtung logisch: Beim Verbrennen von Tabak entstehen über 7.000 chemische Verbindungen, davon mindestens 70 nachweislich krebserregend. Beim Verdampfen von E-Liquid findet keine Verbrennung statt, sondern eine Verdampfung bei deutlich niedrigeren Temperaturen – viele der gefährlichen Verbrennungsprodukte entstehen daher gar nicht erst. Die Liquids bestehen aus wenigen, gut erforschten Inhaltsstoffen: Propylenglykol, pflanzliches Glycerin, Aromen und – optional – Nikotin.
Das bedeutet nicht, dass E-Zigaretten gänzlich harmlos wären – Nikotin bleibt ein Suchtstoff, und die Langzeiteffekte werden weiter erforscht. Aber für Menschen, die ohnehin rauchen und nach einer weniger schädlichen Alternative suchen, stellt die E-Zigarette gemäß der aktuellen Studienlage eine wesentlich risikoärmere Option dar. Wer mehr über die Risikobewertung erfahren möchte, findet in unserem ausführlichen Gesundheitsratgeber weitere Informationen.
Mythos 2: „E-Zigaretten stammen ursprünglich aus der Tabakindustrie."
Fakt: Die Geschichte der E-Zigarette zeichnet ein ganz anderes Bild. Die moderne E-Zigarette wurde 2003 vom chinesischen Apotheker Hon Lik entwickelt, der selbst starker Raucher war und nach dem Krebstod seines Vaters einen risikoärmeren Weg suchte, um vom Tabak loszukommen. Das erste kommerziell erhältliche Produkt kam 2004 in China auf den Markt, völlig unabhängig von jeder Tabakindustrie.
In Deutschland entstand die Branche zunächst aus spezialisierten Fachhändlern, innovativen Herstellern und zahlreichen kleinen sowie mittelständischen Unternehmen, die den hiesigen Markt seit 2007 aufgebaut haben – ganz ohne Einfluss der großen Tabakkonzerne. Als jemand, der MaxVapor 2008 gegründet hat und seit über einem Jahrzehnt ausschließlich in dieser Branche tätig ist, habe ich diese Entwicklung aus erster Hand miterlebt. Die Dampfer-Community war jahrelang eine Graswurzelbewegung, getragen von Enthusiasten und Selbstständigen.
Erst ab 2012 begannen große Tabakunternehmen, eigene Produkte wie E-Zigaretten oder Tabakerhitzer anzubieten – also Jahre nach der Etablierung eines funktionierenden Marktes. Damit ist die Vorstellung, die E-Zigarette sei ein Produkt oder gar eine Strategie der Tabakindustrie, einfach falsch. Die Technologie wurde von Menschen entwickelt, die selbst unter den Folgen des Rauchens litten oder einen anderen Weg suchten – nicht von Konzernen, die ihr Kerngeschäft diversifizieren wollten.
Mythos 3: „Für E-Zigaretten existieren keine Langzeitstudien."
Fakt: Entgegen dieser weit verbreiteten Annahme liegt bereits eine umfangreiche Langzeitstudie zur E-Zigaretten-Nutzung vor. Im November 2017 veröffentlichte die Universität Catania in Italien die Ergebnisse einer Untersuchung, die sich über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren erstreckte und analysierte, welche Auswirkungen der Konsum von E-Zigaretten auf die Lunge von Nichtrauchern hat – also Menschen, die vor Studienbeginn weder geraucht noch gedampft hatten.
Das Resultat fiel unmissverständlich aus: Die Wissenschaftler stellten keine Verringerung des Lungenvolumens, keine Entwicklung von Atemwegssymptomen und keine relevanten Veränderungen der Entzündungsmarker in der ausgeatmeten Luft fest. Auch bildgebende Verfahren wie CT-Scans zeigten keinerlei Hinweise auf frühe Lungenschädigungen. Selbst bei intensiver Nutzung der E-Zigarette ließen sich weder physiologische noch klinische Auffälligkeiten feststellen, und auch Blutdruck sowie Herzfrequenz blieben unbeeinflusst.
Seitdem sind weitere Studien hinzugekommen, darunter Untersuchungen mit Beobachtungszeiträumen von fünf bis sieben Jahren, die ähnliche Ergebnisse liefern. Die Behauptung, es gäbe keine belastbaren Langzeitdaten, lässt sich damit nicht aufrechterhalten. Die Forschung läuft weiter, und je länger E-Zigaretten auf dem Markt sind, desto robuster werden die Daten – aber bereits jetzt zeichnet die Evidenz ein konsistentes Bild, das die relative Sicherheit des Dampfens gegenüber dem Rauchen untermauert.
Mythos 4: „E-Zigaretten verursachen gefährlichen Passivdampf."
Fakt: Hier sprechen die wissenschaftlichen Erkenntnisse eine klare Sprache. Eine im Februar 2018 veröffentlichte Studie der University of Georgia belegt, dass der ausgeatmete Dampf von E-Zigaretten im Gegensatz zum Tabakrauch keine messbaren Konzentrationen krebserregender Stoffe wie Formaldehyd oder Acetaldehyd enthält.
Entscheidend ist auch der Entstehungsmechanismus: Bei der klassischen Tabakzigarette entsteht ständig sogenannter Nebenstromrauch, solange sie brennt – auch zwischen den Zügen werden kontinuierlich toxische Substanzen freigesetzt, die von anwesenden Nichtrauchern unfreiwillig eingeatmet werden. Genau dieser Effekt fehlt bei der E-Zigarette komplett: Das Gerät ist zwischen den einzelnen Zügen automatisch deaktiviert und gibt somit keine Schadstoffe dauerhaft an die Umgebungsluft ab.
Damit unterscheidet sich das Dampfen grundlegend vom Rauchen, und die Gefahr einer Passivbelastung für Dritte ist – wie die bisherigen Untersuchungen zeigen – nicht gegeben. Trotzdem sollten Sie nicht überall ungefragt dampfen – Höflichkeit und Rücksicht bleiben wichtig, auch wenn die gesundheitliche Belastung für andere minimal ist. Viele Menschen empfinden sichtbaren Dampf als störend, unabhängig von der Frage, ob er schädlich ist oder nicht.
Mythos 5: „E-Zigaretten bringen Jugendliche automatisch zum Rauchen."
Fakt: Die oft zitierte Gateway-Theorie hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Mehrere Studien haben untersucht, ob das Dampfen bei Jugendlichen tatsächlich ein Einstieg in den Konsum von Tabakzigaretten ist – und keine konnte einen ursächlichen Zusammenhang nachweisen. Eine 2017 vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte Untersuchung kam zu dem klaren Ergebnis, dass sich diese Hypothese nicht bestätigt hat.
Auch die britische Organisation Action on Smoking and Health (ASH) fand keine Belege für eine solche Kausalität. Laut deren Direktorin Deborah Arnott zeigt die Auswertung, dass zwar ein kleiner Teil der Jugendlichen gelegentlich mit elektronischen Zigaretten experimentiert, dies jedoch weder zu regelmäßigem Dampfen noch zu einem Übergang zum Rauchen führt. Tatsächlich sinkt die Raucherquote unter jungen Menschen in Großbritannien seit Jahren kontinuierlich – und zwar parallel zur steigenden Verfügbarkeit von E-Zigaretten, nicht umgekehrt.
Die Vorstellung, E-Zigaretten seien eine „Einstiegsdroge" in den Tabakkonsum, lässt sich durch aktuelle Daten nicht stützen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass E-Zigaretten nicht für Jugendliche bestimmt sind – sie richten sich an erwachsene Raucher, die vom Tabak loskommen möchten, sei es mit einem klassischen Gerät oder einem kompakten Pod-System. Wie wir bei MaxVapor mit dem Thema Jugendschutz umgehen, lesen Sie im nächsten Abschnitt.
Jugendschutz – Haltung von MaxVapor.de
Für MaxVapor.de ist der Grundsatz klar: E-Zigaretten sind ausschließlich für erwachsene Konsumenten bestimmt und haben im Besitz von Kindern oder Jugendlichen keinerlei Platz. Das Unternehmen legt großen Wert darauf, bewusst keine Anreize zu schaffen, die Minderjährige zum Erwerb oder zur Nutzung einer E-Zigarette verleiten könnten – weder durch Produktdesign noch durch Marketing oder Sortimentsgestaltung.
Der Vertrieb erfolgt daher konsequent nur an volljährige Kunden über den seriösen Fachhandel, und jede Bestellung wird auf Volljährigkeit geprüft. Als aktives Mitglied des BfTG verpflichtet sich MaxVapor.de zudem, auf jede Form von Werbung zu verzichten, die in Gestaltung, Inhalt oder Platzierung auf Personen unter 18 Jahren abzielt.
Diese Position entspricht nicht nur den gesetzlichen Vorgaben der TPD2-Richtlinie und der bevorstehenden TPD3-Novelle, sondern spiegelt eine feste Überzeugung wider: E-Zigaretten wurden entwickelt, um erwachsenen Rauchern einen schonenderen Ausstieg aus dem Tabakkonsum zu ermöglichen – nicht, um neue Konsumentengruppen zu erschließen. Ausführliche Informationen zu unseren Maßnahmen finden Sie auf unserer Jugendschutz-Seite.
Mythen vs. Fakten im Überblick
| Mythos | Fakt | Quelle |
|---|---|---|
| „Genauso schädlich wie Tabak" | 95 % weniger schädlich, 99,5 % geringeres Krebsrisiko | OHID/PHE 2015–2025 |
| „Von der Tabakindustrie erfunden" | 2003 von Hon Lik entwickelt, Fachhandel ab 2007 | Historische Dokumentation |
| „Keine Langzeitstudien vorhanden" | 3,5-Jahre-Studie, keine Lungenschäden festgestellt | Uni Catania/Nature 2017 |
| „Gefährlicher Passivdampf" | Kein Nebenstromrauch, keine messbaren Schadstoffe | Uni Georgia 2018 |
| „Gateway zum Rauchen für Jugendliche" | Raucherquote sinkt, kein kausaler Zusammenhang | BMG 2017, ASH UK |
Häufige Fragen zu E-Zigaretten Mythen
Stimmt es, dass E-Zigaretten 95 % weniger schädlich sind als Tabak?
Ja, diese Einschätzung stammt von der britischen Gesundheitsbehörde (ehemals PHE, heute OHID) und wurde seit 2015 mehrfach bestätigt. Sie bezieht sich auf die Gesamtheit der inhalierten Schadstoffe im Vergleich zwischen Tabakrauch und E-Zigaretten-Aerosol.
Warum halten sich falsche Vorstellungen über E-Zigaretten so hartnäckig?
Mehrere Faktoren spielen eine Rolle: sensationsheischende Berichterstattung, die natürliche Skepsis gegenüber allem, was nach Rauchen aussieht, und die Verwechslung mit Fällen aus den USA, die auf illegale THC-Produkte zurückgingen und nichts mit regulären E-Zigaretten zu tun hatten.
Gibt es mittlerweile Langzeitstudien zu E-Zigaretten?
Ja. Die bekannteste stammt von der Universität Catania (2017, 3,5 Jahre). Seitdem wurden weitere Studien mit Beobachtungszeiträumen von bis zu sieben Jahren veröffentlicht, die konsistent zeigen, dass bei Dampfern keine lungenbezogenen Gesundheitsschäden auftreten.
Ist Passivdampf für Umstehende gefährlich?
Nach aktuellem Forschungsstand nicht. Anders als Tabakrauch enthält ausgeatmeter E-Zigaretten-Dampf keine messbaren Mengen krebserregender Stoffe. Da keine Verbrennung stattfindet, gibt es auch keinen Nebenstromrauch zwischen den Zügen.
Führen E-Zigaretten Jugendliche zum Rauchen?
Die wissenschaftliche Evidenz spricht dagegen. In Ländern mit breiter E-Zigaretten-Verfügbarkeit sinkt die Raucherquote unter Jugendlichen parallel – ein Zusammenhang, der gegen die Gateway-Theorie spricht. Gelegentliches Experimentieren führt nicht zu regelmäßigem Konsum.
Wurde die E-Zigarette von der Tabakindustrie erfunden?
Nein. Die moderne E-Zigarette wurde 2003 vom chinesischen Apotheker Hon Lik entwickelt. In Deutschland bauten unabhängige Fachhändler und kleine Unternehmen ab 2007 den Markt auf. Die großen Tabakkonzerne stiegen erst ab 2012 ein.
Was sind die häufigsten Fehlinformationen über E-Zigaretten?
Die fünf verbreitetsten sind: 1) Gleich schädlich wie Tabak, 2) Von der Tabakindustrie erfunden, 3) Keine Langzeitstudien vorhanden, 4) Passivdampf gefährlich für andere, 5) Gateway-Effekt bei Jugendlichen. Alle fünf sind durch Studien entkräftet.
Über den Autor
Gründer & Geschäftsführer, MaxVapor
MaxVapor wurde 2008 gegründet; seit 2012 mit Spezialisierung auf E-Zigaretten und Liquids. Über 14 Jahre Expertise in Produktberatung, TPD2-Compliance und technischer Beratung. Verantwortlich für Produktprüfung und Kundenkommunikation bei MaxVapor.
Qualifikation: • Unternehmensgründung 2008
• E-Zigaretten-Fachhandel seit 2012
• Fachkenntnisse TPD2-Richtlinien
• Produktschulung & Beratung
• Eingetragener Kaufmann
Erstveröffentlichung: · Zuletzt aktualisiert: . Inhalte werden redaktionell geprüft. Keine Gesundheitsversprechen; alle Angaben ohne Gewähr.
Facebook (Oliver Prust) • LinkedIn • Facebook (MaxVapor) • Instagram (MaxVapor)
Mehr Infos & Richtlinien: Jugendschutz • Datenschutz • Versand • Impressum • Kontakt