Vapen und Herz: Was die neue Studie zu Blutgefäßen und Fitness zeigt
E-Zigaretten und Liquids sind ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Nikotin kann abhängig machen. Dieser Beitrag ordnet eine wissenschaftliche Studie ein, er ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Herz-Kreislauf-Beschwerden haben, sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Geprüft von Oliver Prust · Inhaber MaxVapor.de, seit 2012 auf E-Zigaretten spezialisiert, Mitglied im BfTG · Stand: 2. November 2026
Kurz & Knapp: Die neue Studie zu Vapen und Herz
- Was untersucht wurde: Forscher der Manchester Metropolitan University haben die Gefäßfunktion und Ausdauerleistung von 58 jungen Erwachsenen gemessen, veröffentlicht am 21.10.2026 in JAMA Cardiology
- Drei Gruppen: 17 Personen, die ausschließlich Nikotin-Vapes nutzen, 19 Raucher und 22 Personen ohne Tabak- oder Vape-Konsum, Durchschnittsalter 26 Jahre
- Ergebnis Gefäße: Die Erweiterungsfähigkeit der Armarterie (FMD) lag bei 8,3 % ohne Nikotin, 5,5 % beim Dampfen und 4,4 % beim Rauchen
- Ergebnis Fitness: Die maximale Sauerstoffaufnahme war in der Vape-Gruppe niedriger als bei Nichtkonsumenten, Lungenfunktion und Bewegungsumfang unterschieden sich nicht
- Grenzen: Kleine Querschnittsstudie, sie zeigt Unterschiede zu einem Zeitpunkt, aber keine Ursache und keine Langzeitfolgen
- Nicht untersucht: Was passiert, wenn Raucher auf die E-Zigarette umsteigen, dazu gibt es andere Studien, die wir im Beitrag einordnen
- Für Sie: Wer nicht raucht, sollte auch nicht mit dem Dampfen beginnen. Wie Sie die Nikotinstärke Schritt für Schritt senken, erklärt unser Ratgeber
Ende Oktober tauchten die ersten Berichte über eine neue Studie auf, nach der tägliches Dampfen mit einer schlechteren Gefäßfunktion einhergeht. Dahinter steckt eine kleine Laborstudie aus Manchester, die am 21. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift JAMA Cardiology erschienen ist. Ich habe sie mir genau angesehen, weil das Thema Vapen und Herz viele Menschen bewegt, die selbst dampfen oder gerade überlegen, vom Rauchen umzusteigen. Als Händler verdiene ich mein Geld mit E-Zigaretten, das sage ich offen vorweg, und gerade deshalb will ich Ihnen nichts schönreden. Sie erfahren hier, was gemessen wurde, welche Zahlen herauskamen, wo die Grenzen der Untersuchung liegen und wie sie zu anderen Studien passt.
Was die Forscher in Manchester gemessen haben
Das Team um den Sportwissenschaftler Maxime Boidin von der Manchester Metropolitan University hat zwischen Juli 2023 und April 2025 junge Erwachsene ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung ins Labor eingeladen. Beteiligt waren auch Forscher aus Liverpool, Leeds, Kaunas und Boston. Die 58 Teilnehmenden, im Schnitt 26 Jahre alt und zur Hälfte Frauen, wurden nach ihrem Konsum in drei Gruppen eingeteilt. 17 Personen nutzten täglich und ausschließlich Nikotin-Vapes, 19 rauchten täglich Zigaretten, und 22 hatten weder Tabak noch E-Zigaretten konsumiert. Der Rauchstatus wurde laut Abstract abgefragt und zusätzlich überprüft.
Gemessen wurde vor allem, wie gut sich die Blutgefäße erweitern können. Dafür nutzten die Forscher zwei etablierte Verfahren aus der Gefäßforschung. Bei der flussvermittelten Dilatation, kurz FMD, wird nach gängiger Methodik der Blutfluss am Arm kurz mit einer Manschette gestaut, nach dem Lösen misst ein Ultraschallgerät, wie stark sich die Armarterie weitet. Bei der Halsschlagader-Reaktion, im Englischen Carotid Artery Reactivity, beobachtet man per Ultraschall, ob sich die Halsschlagader bei einem kurzen Kältereiz erweitert oder verengt. Wie genau die Messungen in Manchester abliefen, steht im Volltext, der mir nicht vorlag. Zusätzlich gab es einen Belastungstest bis zur Ausbelastung mit Messung der maximalen Sauerstoffaufnahme, dazu Lungenfunktion und körperliche Aktivität.
Was diese Messwerte aussagen
Ein höherer FMD-Wert bedeutet, dass die Gefäßinnenwand auf einen stärkeren Blutfluss gut reagiert und die Arterie sich entspannt. Nach einer Expertenempfehlung im Auftrag der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie aus dem Jahr 2019 wird die FMD von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren beeinflusst und gilt als früher Marker für Gefäßveränderungen, lange bevor Beschwerden auftreten. Dieselbe Empfehlung betont, dass verlässliche Werte nur entstehen, wenn spezialisierte Labore standardisierte Protokolle einhalten. Kleine Abweichungen im Ablauf können das Ergebnis also verändern. Ein einzelner FMD-Wert ist keine Diagnose, er beschreibt einen Zustand der Gefäße zum Zeitpunkt der Messung.
Die Ergebnisse: Gefäße, Halsschlagader und Ausdauer
In der Gruppe ohne Nikotinkonsum weitete sich die Armarterie im Mittel um 8,3 Prozent. Bei den Dampfern waren es 5,5 Prozent, bei den Rauchern 4,4 Prozent. Die Autoren schreiben, dass die Vape-Nutzer eine geringere FMD aufwiesen als die Nichtkonsumenten und dass bei den Rauchern ähnliche Beeinträchtigungen zu sehen waren. Bei der Halsschlagader fiel der Unterschied noch klarer aus: Bei den Nichtkonsumenten erweiterte sie sich im Kältetest um 4,7 Prozent, bei den Dampfern nur um 0,6 Prozent, bei den Rauchern zog sie sich im Mittel sogar um 1,4 Prozent zusammen.
| Messung | Ohne Nikotin (n = 22) | Nikotin-Vape (n = 17) | Zigarette (n = 19) |
|---|---|---|---|
| Gefäßerweiterung Armarterie (FMD) | 8,3 % | 5,5 % | 4,4 % |
| Halsschlagader-Reaktion (CAR) | +4,7 % | +0,6 % | −1,4 % |
| Maximale Sauerstoffaufnahme | Vergleichswert | niedriger als ohne Nikotin | kein signifikanter Unterschied |
| Atemminutenvolumen und Herzzeitvolumen | Vergleichswert | niedriger | niedriger |
| Lungenfunktion und Bewegung | kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen | kein signifikanter Unterschied | kein signifikanter Unterschied |
Beim Ausdauertest war die maximale Sauerstoffaufnahme in der Vape-Gruppe niedriger als bei den Nichtkonsumenten. Überraschend ist, dass sich die Raucher in diesem Punkt nicht signifikant von den Nichtkonsumenten unterschieden. Atemminutenvolumen und Herzzeitvolumen unter Belastung lagen dagegen in beiden Nikotingruppen niedriger. Bei der Lungenfunktion und beim Umfang der körperlichen Aktivität fanden die Forscher keine signifikanten Unterschiede, die Gruppen bewegten sich also ähnlich viel. Konkrete Werte für die Sauerstoffaufnahme in Millilitern pro Kilogramm und Minute stehen nur im kostenpflichtigen Volltext, den ich nicht einsehen konnte, deshalb nenne ich sie hier nicht.
Die Forscher fassen ihr Ergebnis so zusammen, dass Nikotin-Vapes die Herz-Kreislauf-Gesundheit möglicherweise auch bei Menschen beeinträchtigen, die nie Zigaretten geraucht haben. Das ist eine vorsichtige Formulierung, und sie ist berechtigt. Wer die Zahlen genau liest, sieht zwei Dinge zugleich: Die Dampfer lagen bei beiden Gefäßtests schlechter als die Nichtkonsumenten, aber im Mittel etwas besser als die Raucher. Ob diese Abstände zwischen Dampfern und Rauchern statistisch belastbar sind, lässt sich aus dem frei zugänglichen Abstract nicht ablesen. Wer daraus also „Vapen ist genauso schlimm wie Rauchen“ oder umgekehrt „Vapen ist viel besser“ macht, liest mehr hinein, als die Studie hergibt.
Was die Studie nicht beantworten kann
Die größte Einschränkung steckt schon im Studientyp. Eine Querschnittsstudie misst verschiedene Menschen zu einem einzigen Zeitpunkt und vergleicht sie miteinander. Sie kann zeigen, dass Dampfer im Schnitt andere Werte haben als Nichtkonsumenten, aber nicht beweisen, dass das Dampfen die Ursache ist. Menschen, die täglich Nikotin nutzen, unterscheiden sich oft auch in Schlaf, Stress, Ernährung oder Koffeinkonsum, und solche Faktoren lassen sich nie ganz herausrechnen. Die Autoren schreiben selbst, dass es Langzeitstudien braucht, um die klinische Bedeutung zu klären.
Dazu kommt die kleine Zahl. Mit 17 Dampfern genügen wenige Ausreißer, um einen Mittelwert zu verschieben. Aus dem Abstract geht außerdem nicht hervor, wie lange die Teilnehmenden schon dampften, welche Geräte und Nikotinstärken sie nutzten und wie viel Liquid sie am Tag verbrauchten. Gerade diese Angaben wären wichtig, denn wie viel Nikotin tatsächlich ankommt, hängt stark vom Zugverhalten ab, wie unser Beitrag zur Studie zum Zugverhalten im Alltag zeigt. Ob die Vape-Gruppe früher geraucht hat, ist im Abstract nicht ausdrücklich beschrieben, Medienberichte über die Studie beziehen die Schlussfolgerung aber auf Menschen ohne Rauchvergangenheit.
Spannend ist auch, was nicht untersucht wurde. Die Studie trennt nicht zwischen der Wirkung von Nikotin und der Wirkung des Aerosols aus Propylenglykol, Glycerin und Aromen. Nikotin aktiviert nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums den Sympathikus, erhöht Stärke und Frequenz des Herzschlags sowie den Widerstand der Herzkranzgefäße, und diese Effekte zeigen sich auch bei Nikotinspray oder Nikotinkaugummi. Eine Gruppe mit nikotinfreien Liquids gab es nicht, deshalb bleibt offen, welcher Anteil auf das Nikotin entfällt. JAMA Cardiology hat der Studie einen begleitenden Kommentar des Arztes Andrew Pipe zur Seite gestellt, was zeigt, dass die Herausgeber das Thema für wichtig halten.
Rauchen, Dampfen, Aufhören: wie andere Studien dazu passen
Für die meisten meiner Kunden stellt sich die Frage nicht so, ob Dampfen besser ist als gar nichts zu konsumieren. Sie rauchen seit Jahren und wollen wissen, was passiert, wenn sie wechseln. Genau diese Frage beantwortet die Studie aus Manchester nicht, weil sie keine Umsteiger begleitet hat. Dazu gibt es aber eine Interventionsstudie aus Schottland, die VESUVIUS-Studie, die 2019 im Journal of the American College of Cardiology erschienen ist. Darin wurden 114 Raucherinnen und Raucher zufällig auf Zigaretten oder E-Zigaretten verteilt, und nach einem Monat hatte sich die Gefäßerweiterung bei den Umsteigern um rund 1,5 Prozentpunkte stärker verbessert als bei denen, die weiterrauchten.
In eine ähnliche Richtung weist eine Auswertung in der Fachzeitschrift Heart, die wir im Beitrag zur Heart-Studie zu Herz und Kreislauf vorgestellt haben. Beide Untersuchungen vergleichen das Dampfen mit dem Weiterrauchen, nicht mit dem völligen Verzicht. Die neue Studie und diese älteren Arbeiten widersprechen sich deshalb nicht, sie beantworten unterschiedliche Fragen. Für Raucher spricht vieles dafür, dass der Wechsel die Gefäße entlastet, für Nichtraucher zeigt die neue Studie, dass auch das Dampfen nicht ohne Spuren bleibt.
Beim Rauchstopp selbst ist die Datenlage inzwischen breit. Der im Oktober 2026 aktualisierte Cochrane-Review mit 80 randomisierten Studien und fast 30.000 Teilnehmenden kommt mit hoher Vertrauenswürdigkeit zu dem Schluss, dass Nikotin-E-Zigaretten beim Aufhören wirksamer sind als Nikotinersatztherapie. Was das im Einzelnen bedeutet, haben wir im Beitrag zur Raucherentwöhnung mit E-Zigaretten erklärt. Langfristig ist das Ziel aus gesundheitlicher Sicht trotzdem, irgendwann ganz ohne Nikotin auszukommen, und dabei kann der Blick auf die eigene Nikotinabhängigkeit helfen.
| Studie | Typ | Vergleich | Kernaussage |
|---|---|---|---|
| Boidin et al., JAMA Cardiology 2026 | Querschnitt, 58 Personen | Dampfer, Raucher, Nichtkonsumenten | Dampfer mit schlechterer Gefäßfunktion als Nichtkonsumenten |
| VESUVIUS, JACC 2019 | Randomisiert, 114 Raucher | Umstieg auf E-Zigarette gegen Weiterrauchen | Gefäßfunktion nach einem Monat bei Umsteigern verbessert |
| Cochrane-Review 2026 | 80 randomisierte Studien | E-Zigarette gegen Nikotinersatz und andere Hilfen | Mehr erfolgreiche Rauchstopps mit Nikotin-E-Zigaretten |
Eine vollständige Übersicht, was Studien bisher zu Risiken und offenen Fragen sagen, finden Sie in unserem Ratgeber Sind E-Zigaretten schädlich? und im Faktencheck zu E-Zigaretten-Mythen. Ich versuche dort wie hier, Studien nicht nach dem Ergebnis auszuwählen, das mir als Händler gefallen würde. Auch die Untersuchung aus Manchester gehört in dieses Bild, gerade weil sie unbequem ist. Für Raucher, die ernsthaft aufhören wollen, ist eine ärztliche oder professionelle Begleitung hilfreich, und nach einem Bericht über eine aktuelle Studie aus London erhöht Beratung die Erfolgsquote zusätzlich.
Was das für Dampfer jetzt bedeutet
Meine ehrliche Lesart nach 14 Jahren im Handel ist einfach. Wer nie geraucht hat, sollte mit dem Dampfen gar nicht erst anfangen, und diese Studie ist ein weiterer Grund dafür. Deshalb nehmen wir den Jugendschutz mit Altersprüfung bei jeder Bestellung ernst. Wer raucht und umsteigen möchte, hat nach heutigem Stand gute Gründe dafür, sollte die E-Zigarette aber als Weg aus dem Tabak sehen und nicht als Dauerlösung für immer. Und wer bereits dampft, kann sich überlegen, die Nikotinmenge mit der Zeit zu verringern.
Nikotin schrittweise senken: so gehen viele Kunden vor
Viele Umsteiger beginnen mit 18 oder 20 mg/ml in Nikotinsalz-Liquids, 20 mg/ml ist nach TPD2 die zulässige Höchststärke. Ein möglicher Weg ist, alle paar Wochen eine Stufe niedriger zu gehen, etwa von 20 auf 12, dann auf 6 und später auf 3 mg/ml. Bei den Fertigliquids mit Nikotin gibt es viele Sorten in mehreren Stärken, sodass Sie den Geschmack behalten und nur das Nikotin verringern. Wichtig ist, dass Sie dabei nicht unbemerkt häufiger ziehen, sonst gleichen Sie die geringere Stärke unbewusst wieder aus. Welche Stärke zu welchem Gerät passt, zeigt unser Ratgeber zur passenden Nikotinstärke.
Wer gern selbst mischt, hat die Nikotinmenge noch genauer in der Hand. Mit einer neutralen Base und Nikotin-Shots lassen sich Zwischenstufen wie 4 oder 2 mg/ml mischen, die es fertig kaum gibt. Der Liquidrechner nimmt Ihnen dabei die Rechnerei ab. Bei Longfill-Aromen bestimmen Sie den Nikotinanteil ebenfalls selbst. Am Ende dieses Weges steht für manche Kunden ein nikotinfreies Liquid, und einige behalten das Ritual noch eine Weile mit einer E-Zigarette ohne Nikotin bei, bevor sie ganz aufhören.
Auch das Gerät spielt eine Rolle. Ein Pod-System kommt nach einer Auswertung des Bundesinstituts für Risikobewertung, wie sie das BfTG zitiert, im Schnitt mit rund 3,7 ml Liquid am Tag aus, während der Median bei nachfüllbaren Geräten insgesamt bei 5 ml liegt. Wer seinen Verbrauch kennt, behält auch die Nikotinmenge besser im Blick. Ein Starter-Set mit kleinem Tank macht es leicht, den eigenen Bedarf über einige Wochen zu beobachten. Wer verschiedene Sorten in niedriger Stärke ausprobieren möchte, startet am besten mit Liquid-Proben, statt gleich mehrere Flaschen zu kaufen. Und wenn Sie unsicher sind, welches Gerät zu Ihrem Zugverhalten passt, schreiben Sie uns, wir beraten Sie gern persönlich.
Meine Einschätzung
Ich finde es richtig, dass solche Studien gemacht und veröffentlicht werden, auch wenn das Ergebnis für meine Branche unbequem ist. Für eine faire Einordnung braucht es aber den ganzen Satz: Die E-Zigarette ist eine Alternative für Menschen, die sonst weiterrauchen würden, kein Lifestyle-Produkt für Nichtraucher. Wenn Sie Vorerkrankungen am Herzen haben, Medikamente gegen Bluthochdruck nehmen oder beim Sport ungewohnt schnell außer Atem kommen, sprechen Sie das bitte bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt an. Sobald die angekündigten Langzeitdaten oder weitere Auswertungen vorliegen, ergänze ich diesen Beitrag, weitere Hintergründe finden Sie in unseren Ratgebern.
Quellen und Datenstand
- Boidin M, Degens H, Junejo RT et al.: Vascular Function and Cardiorespiratory Fitness in Adults Who Use Nicotine Vapes. JAMA Cardiology, online 21.10.2026, doi:10.1001/jamacardio.2026.4626 (Abstract abgerufen 02.11.2026)
- Pipe AL: E-Cigarettes – Lessons From History and Implications for Public Health. Begleitkommentar, JAMA Cardiology, 21.10.2026
- George J et al.: Cardiovascular Effects of Switching From Tobacco Cigarettes to Electronic Cigarettes (VESUVIUS). Journal of the American College of Cardiology 2019;74(25):3112–3120
- Thijssen DHJ et al.: Expert consensus and evidence-based recommendations for the assessment of flow-mediated dilation in humans. European Heart Journal 2019;40(30):2534–2547, doi:10.1093/eurheartj/ehz350
- Deutsches Krebsforschungszentrum: Fakten zum Rauchen – Nikotin. Heidelberg 2015 (PDF, abgerufen 02.11.2026)
- Lindson N, Hartmann-Boyce J et al.: Electronic cigarettes for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, doi:10.1002/14651858.CD010216.pub11, Pressemitteilung vom 08.10.2026
- Bericht zur randomisierten Studie von Myers Smith et al. (Queen Mary University of London), NEJM Evidence 2026, doi:10.1056/EVIDoa2600065 (29.10.2026)
Ergänzend ausgewertet: Bericht von Medical Dialogues zur JAMA-Cardiology-Studie (31.10.2026) sowie die BfR-Verbrauchsdaten für Pod-Systeme und nachfüllbare Geräte, wie sie die BfTG-Stellungnahme vom 29.10.2026 zitiert. Alle Messwerte stammen aus dem frei zugänglichen Abstract; der Volltext mit Einschlusskriterien, Signifikanzwerten und Finanzierungsangaben lag uns nicht vor. Die Angaben zur VESUVIUS-Studie beziehen sich auf die Originalpublikation von 2019. Stand: 02.11.2026.
Häufige Fragen
Schadet Vapen dem Herz?
Eine Querschnittsstudie in JAMA Cardiology vom Oktober 2026 fand bei jungen Dampfern eine schlechtere Gefäßfunktion als bei Menschen ohne Nikotinkonsum. Ursache und Langzeitfolgen belegt sie nicht. Im Vergleich zum Weiterrauchen zeigen andere Studien Verbesserungen nach dem Umstieg. Für Nichtraucher ist Dampfen keine gesunde Gewohnheit.
Was wurde in der JAMA-Cardiology-Studie gemessen?
Gemessen wurden die Gefäßerweiterung der Armarterie (FMD), die Reaktion der Halsschlagader auf einen Kältereiz, die maximale Sauerstoffaufnahme im Belastungstest sowie Lungenfunktion und körperliche Aktivität. Teilgenommen haben 58 junge Erwachsene in drei Gruppen: Dampfer, Raucher und Menschen ohne Nikotinkonsum.
Ist Dampfen für die Gefäße genauso schlimm wie Rauchen?
Das lässt sich aus dieser Studie nicht sagen. Im Mittel lagen die Dampfer bei der FMD mit 5,5 Prozent zwischen Rauchern mit 4,4 und Nichtkonsumenten mit 8,3 Prozent. Ob der Abstand zu den Rauchern statistisch belastbar ist, geht aus dem Abstract nicht hervor. Die Stichprobe war mit 17 Dampfern klein.
Beeinflusst die E-Zigarette die sportliche Leistung?
In der Studie war die maximale Sauerstoffaufnahme bei Dampfern niedriger als bei Nichtkonsumenten, Atemminutenvolumen und Herzzeitvolumen lagen bei Dampfern und Rauchern niedriger. Lungenfunktion und Bewegungsumfang unterschieden sich nicht. Ob das Dampfen die Ursache ist, kann eine Querschnittsstudie nicht zeigen.
Verbessern sich die Gefäße, wenn Raucher auf die E-Zigarette umsteigen?
In der randomisierten VESUVIUS-Studie von 2019 verbesserte sich die Gefäßerweiterung bei 114 Rauchern nach einem Monat bei den Umsteigern um rund 1,5 Prozentpunkte stärker als beim Weiterrauchen. Den größten Nutzen für Herz und Gefäße bringt nach heutigem Wissen der vollständige Verzicht auf Nikotin.
Liegt der Effekt am Nikotin oder am Dampf?
Das bleibt offen, weil die Studie keine Gruppe mit nikotinfreien Liquids hatte. Nikotin erhöht laut Deutschem Krebsforschungszentrum Stärke und Frequenz des Herzschlags, auch bei Nikotinspray oder Kaugummi. Welchen Anteil das Aerosol aus Propylenglykol, Glycerin und Aromen hat, müssen weitere Studien klären.
Sollte ich als Dampfer jetzt etwas ändern?
Wer früher geraucht hat und heute dampft, kann die Nikotinstärke schrittweise senken, mit dem Ziel, irgendwann ganz ohne Nikotin auszukommen. Bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Beschwerden unter Belastung ist ein Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sinnvoll. Wer nicht raucht, sollte nicht mit dem Dampfen beginnen.
Über den Autor
Gründer & Geschäftsführer, MaxVapor
Gründer von MaxVapor.de, Fachhandel seit 2008, spezialisiert auf E-Zigaretten seit 2012. 14 Jahre Erfahrung in Produktberatung, TPD2-Compliance und der Begleitung von Kunden beim Umstieg vom Rauchen, einschließlich der schrittweisen Senkung der Nikotinstärke. Ordnet für MaxVapor regelmäßig neue Studien ein, ohne medizinische Ausbildung und deshalb mit Verweis auf ärztlichen Rat. Mitglied im Bündnis für Tabakfreien Genuss e.V.
Qualifikation: • Unternehmensgründung 2008
• E-Zigaretten-Fachhandel seit 2012
• Fachkenntnisse TPD2-Richtlinien
• Mitglied im BfTG
• Eingetragener Kaufmann
Erstveröffentlichung: 02.11.2026 · Zuletzt aktualisiert: 02.11.2026. Inhalte werden redaktionell geprüft. Keine Gesundheitsversprechen und keine medizinische Beratung; alle Angaben ohne Gewähr. Hinweis zur Transparenz: MaxVapor verkauft E-Zigaretten und Liquids und ist Mitglied im BfTG; die besprochene Studie ist unabhängig davon entstanden.
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