E-Zigaretten und Liquids sind ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Nikotin kann abhängig machen. Dieser Beitrag fasst wissenschaftliche Ergebnisse zusammen und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Geprüft von Oliver Prust · Inhaber MaxVapor.de, seit 2012 auf E-Zigaretten spezialisiert · Zuletzt aktualisiert: 31. August 2026
Kurz & Knapp: Der Cochrane-Review vom 26. August 2026
- Datenbasis: 80 randomisierte kontrollierte Studien mit 29.861 Teilnehmenden, davon 9 Studien neu
- Gegenüber Nikotinersatz: rund 4 zusätzliche Rauchstopps pro 100 Personen – hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz
- Gegenüber nikotinfreien Geräten: etwa 2 zusätzliche Rauchstopps pro 100 Personen
- Nebenwirkungen: meist Hals- und Mundreizung, Kopfschmerz, Husten, Übelkeit – klangen bei fortgesetzter Nutzung überwiegend ab
- Schwere Ereignisse: selten; kein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko gegenüber der Vergleichsgruppe
- Geltungsbereich: nur regulierte, nikotinhaltige Geräte – keine illegalen oder THC-haltigen Produkte
- Einordnung: Wie ein Umstieg im Körper abläuft, beschreibt unser Beitrag Dampfen statt Rauchen; die Datenlage zu Langzeitfolgen die Langzeitstudie
Am 26. August 2026 hat die Forschungsorganisation Cochrane ihre Übersichtsarbeit zu E-Zigaretten in der Raucherentwöhnung erneut aktualisiert, und die Kernaussage fällt deutlicher aus als in jeder Fassung davor. Ausgewertet wurden 80 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 29.861 Teilnehmenden, neun davon sind seit der letzten Fassung hinzugekommen. Wer täglich mit Umsteigern spricht, wie wir das seit 2012 tun, kennt die Frage dahinter längst: Bringt das überhaupt etwas, oder tausche ich nur eine Gewohnheit gegen die nächste? Der aktualisierte Review beantwortet genau diesen Punkt mit belastbaren Zahlen – und er benennt gleichzeitig sehr genau, wofür seine Ergebnisse nicht gelten. Beides gehört zusammen, deshalb schauen wir uns in diesem Beitrag nicht nur die Schlagzeile an, sondern auch das Kleingedruckte.
Die Ergebnisse der Aktualisierung 2026
Verglichen wurden nikotinhaltige E-Zigaretten mit drei verschiedenen Alternativen, und in allen drei Vergleichen schnitten sie besser ab. Am aussagekräftigsten ist der Vergleich mit der klassischen Nikotinersatztherapie, also Pflastern, Kaugummis oder Lutschtabletten: Von 100 Personen, die es mit einer nikotinhaltigen E-Zigarette versuchten, blieben nach mindestens sechs Monaten etwa acht bis zehn rauchfrei, in der Gruppe mit Nikotinersatz waren es rund sechs. Das sind ungefähr vier zusätzliche erfolgreiche Rauchstopps pro hundert Personen. Die Autorinnen und Autoren stufen diese Evidenz als hoch vertrauenswürdig ein, was in der Cochrane-Systematik die höchste von vier Stufen ist und bedeutet: Weitere Studien werden dieses Ergebnis sehr wahrscheinlich nicht mehr umkippen.
Der zweite Vergleich ist für das Verständnis fast noch interessanter, weil er die Frage klärt, woran der Effekt eigentlich hängt. Verglichen wurden nikotinhaltige mit nikotinfreien E-Zigaretten – also gleiches Gerät, gleiche Handhabung, gleiches Ritual, nur ohne Nikotin. Auch hier lagen die nikotinhaltigen Geräte vorn, mit etwa zwei zusätzlichen Rauchstopps pro hundert Personen bei moderater Vertrauenswürdigkeit der Evidenz. Das spricht dafür, dass beides zusammenwirkt: die vertraute Handbewegung und der Zug, aber eben auch das Nikotin, das den Entzug abfedert. Wie dieser Entzug in den ersten Tagen typischerweise verläuft, haben wir im Ratgeber zum Nikotin-Entzug ausführlich beschrieben.
Im dritten Vergleich standen nikotinhaltige E-Zigaretten gegen reine Verhaltensunterstützung oder gar keine Hilfe. Hier fiel der Unterschied am größten aus, rund acht bis zehn gegenüber etwa fünf von hundert Personen, allerdings stufen die Autorinnen und Autoren diese Evidenz nur als gering vertrauenswürdig ein. Der Grund liegt im Studiendesign: In solchen Untersuchungen weiß jeder Teilnehmende, in welcher Gruppe er sitzt, was das Ergebnis systematisch verzerren kann. Dass Cochrane dieses Verzerrungsrisiko offen benennt, statt es in der Zusammenfassung verschwinden zu lassen, macht solche Übersichtsarbeiten erst brauchbar.
| Vergleich | E-Zigarette mit Nikotin | Vergleichsgruppe | Vertrauenswürdigkeit |
|---|---|---|---|
| gegen Nikotinersatz (Pflaster, Kaugummi) | ca. 8–10 von 100 | ca. 6 von 100 | Hoch |
| gegen E-Zigarette ohne Nikotin | ca. 8–10 von 100 | ca. 6 von 100 | Moderat |
| gegen Verhaltensberatung oder keine Hilfe | ca. 8–10 von 100 | ca. 5 von 100 | Gering |
Ein Detail, das in den Meldungen meist untergeht: Der Großteil der eingeschlossenen Studien stammt aus den USA mit 40 Untersuchungen und dem Vereinigten Königreich mit 16 Untersuchungen. Beide Länder haben eine sehr eigene Regulierungs- und Beratungslandschaft, Großbritannien empfiehlt die E-Zigarette seit Jahren aktiv im Rahmen der staatlichen Rauchstopp-Programme. Was das dort bewirkt hat, zeigt der Blick auf die britische Entwicklung, den wir im Beitrag Tabak-Ausstieg in Großbritannien aufbereitet haben. Auf Deutschland lassen sich diese Ergebnisse deshalb nicht eins zu eins übertragen, die Richtung des Effekts aber sehr wohl.
Warum ein Cochrane-Review schwerer wiegt als eine einzelne Studie
Kaum ein Thema produziert so viele widersprüchliche Schlagzeilen wie das Dampfen. In der einen Woche liest man von einer Studie, die Alarm schlägt, in der nächsten von einer, die Entwarnung gibt – und wer nicht täglich in Fachjournalen unterwegs ist, weiß irgendwann nicht mehr, was er glauben soll. Für dieses Problem wurden systematische Übersichtsarbeiten erfunden. Sie picken sich keine einzelne Untersuchung heraus, sondern sammeln alle Studien, die vorab festgelegte Qualitätskriterien erfüllen, bewerten deren methodische Schwächen und rechnen die Ergebnisse zusammen. Cochrane gilt dabei international als Goldstandard, weil die Arbeitsgruppen ihre Methodik vorab veröffentlichen und Interessenkonflikte streng offengelegt werden müssen.
Ein Review, der nie ganz fertig ist
Diese Übersichtsarbeit ist ein sogenannter Living Systematic Review, also ein lebender Review, der laufend aktualisiert wird, statt alle paar Jahre komplett neu zu erscheinen. Sobald neue randomisierte Studien vorliegen, werden sie eingearbeitet und die Berechnungen neu durchgeführt. Für die aktuelle Fassung wurde die Literatur bis zum 1. Januar 2026 durchsucht, neun neue Studien haben es in die Auswertung geschafft. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt auf der Hand: Die Ergebnisse veralten nicht über Jahre hinweg still vor sich hin. Der Nachteil ebenso: Wer eine ältere Fassung zitiert, arbeitet unter Umständen mit überholten Zahlen, weshalb bei jeder Berufung auf diesen Review das Datum dazugehört.
Was „hohe Vertrauenswürdigkeit“ tatsächlich bedeutet
Cochrane bewertet jedes Ergebnis zusätzlich danach, wie sicher man sich seiner sein kann, und nutzt dafür vier Stufen von hoch bis sehr gering. Diese Einstufung hängt nicht an der Zahl der Studien allein, sondern an ihrer Machart: Wurde verdeckt zugeteilt, wie viele Teilnehmende sind unterwegs abgesprungen, zeigen die Einzelstudien in dieselbe Richtung, und wie präzise ist die Schätzung. Dass der Vergleich mit dem Nikotinersatz die Stufe „hoch“ erreicht, ist bei einem so umstrittenen Thema bemerkenswert – es bedeutet, dass weitere Forschung an diesem Punkt kaum noch etwas ändern dürfte. Die Einstufungen der anderen beiden Vergleiche liegen darunter, und das steht genauso im Review; wer nur die stärkste Zahl zitiert und die schwächeren verschweigt, gibt die Studienlage falsch wieder.
| Stufe | Bedeutung für die Aussage |
|---|---|
| Hoch | Der wahre Effekt liegt sehr wahrscheinlich nahe am geschätzten Wert; neue Studien ändern das Bild kaum |
| Moderat | Der Effekt ist wahrscheinlich so groß wie berechnet, größere Abweichungen sind aber möglich |
| Gering | Der tatsächliche Effekt kann deutlich abweichen; die Schätzung ist mit Vorsicht zu lesen |
| Sehr gering | Die Datenlage lässt kaum eine belastbare Aussage zu |
Wer die Systematik hinter solchen Bewertungen einmal verstanden hat, liest Schlagzeilen zum Dampfen anschließend deutlich gelassener. Wie schnell aus einer methodisch schwachen Einzelstudie eine Alarmmeldung wird, haben wir am Beispiel einer inzwischen zurückgezogenen Arbeit im Beitrag zur zurückgezogenen Krebs-Studie nachgezeichnet. Umgekehrt gilt dasselbe für allzu euphorische Meldungen: Auch die kommen vor, und auch die verdienen einen zweiten Blick auf Methodik und Finanzierung. Eine Übersicht der gängigsten Fehlannahmen in beide Richtungen finden Sie in unserem Faktencheck zu verbreiteten Mythen.
Was „vier von hundert“ im Alltag bedeutet
Vier zusätzliche Rauchstopps pro hundert Personen klingen im ersten Moment nach wenig, und diese Reaktion höre ich in Beratungsgesprächen regelmäßig. In der Rauchentwöhnung ist das jedoch eine ungewöhnlich große Zahl, weil hier keine einfache Krankheit behandelt wird, sondern eine tief verankerte Abhängigkeit mit einer sehr hohen Rückfallquote. Sechs von hundert Personen schaffen es mit Nikotinpflaster oder Kaugummi dauerhaft, und wenn ein anderes Hilfsmittel diese Quote auf neun oder zehn hebt, ist das relativ betrachtet ein Zuwachs von rund der Hälfte. Auf die Bevölkerung eines Landes hochgerechnet stehen hinter diesen vier Prozentpunkten sehr viele Menschen, für die es persönlich den Unterschied macht.
Genauso wichtig ist die Kehrseite dieser Zahlen, und die wird selten mitgeliefert: Auch mit einer E-Zigarette bleiben rund neunzig von hundert Menschen bei diesem einen Versuch nicht dauerhaft rauchfrei. Ein Rauchstopp ist kein Produktkauf, sondern ein Prozess, und die meisten Menschen brauchen mehrere Anläufe, bis er hält. Dr. Nicola Lindson von der Universität Oxford, die den Review federführend betreut hat, betont deshalb, wie wichtig es sei, verschiedene Optionen zur Verfügung zu haben, damit Menschen es weiter versuchen. Wer den ersten Versuch abbricht, hat nichts falsch gemacht – er hat einen von mehreren nötigen Anläufen hinter sich.
Was in der Praxis zusätzlich hilft, ist ein realistischer Blick auf die eigene Abhängigkeit. Nikotin wirkt schnell und verknüpft sich über Jahre mit festen Situationen – dem Kaffee am Morgen, der Pause vor der Tür, dem Feierabend. Diese Verknüpfungen verschwinden nicht dadurch, dass sich das Gerät in der Hand ändert, sie müssen einzeln überschrieben werden. Wie dieser Mechanismus funktioniert und warum manche Situationen deutlich hartnäckiger sind als andere, erklären wir im Beitrag Nikotinsucht verstehen. Diese Erwartungshaltung im Vorfeld zu klären, erspart erfahrungsgemäß die zweite große Enttäuschung nach dem ersten schwierigen Abend.
Was der Review zu Nebenwirkungen und Sicherheit sagt
Wirksamkeit ist nur die eine Hälfte der Frage, die zweite lautet: Was passiert dabei mit dem Körper? Der Review hat auch die dokumentierten Nebenwirkungen zusammengetragen, und das Bild ist unspektakulär. Am häufigsten berichteten Teilnehmende über Reizungen im Hals- und Mundbereich, Kopfschmerzen, Husten und Übelkeit. Diese Beschwerden ließen bei fortgesetzter Nutzung überwiegend nach, was zu dem passt, was uns Kunden in den ersten Wochen nach dem Umstieg schildern. Wer dieses Kratzen im Hals kennt, findet in unserem Beitrag zu Husten und Kratzen beim Dampfen die typischen Ursachen und mögliche Stellschrauben.
Bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen, also Krankenhausaufenthalten oder lebensbedrohlichen Vorfällen, fanden die Autorinnen und Autoren keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko gegenüber den Vergleichsgruppen; solche Ereignisse waren in allen Studienarmen selten. Dr. Jamie Hartmann-Boyce von der University of Massachusetts Amherst, Senior-Autorin des Reviews, ordnet das so ein, dass regulierte nikotinhaltige E-Zigaretten wesentlich weniger schädlich seien als das Rauchen und eine nachgewiesene, praktikable Option für Menschen darstellten, die von der Zigarette wegwollen. Diese Formulierung ist mit Bedacht gewählt: Sie sagt nicht risikofrei, sondern weniger schädlich als Rauchen – und der Vergleich zum Weiterrauchen ist für Menschen, die bereits rauchen, der relevante Maßstab.
Offen bleibt die Zeitachse, und darauf weisen die Autorinnen und Autoren selbst hin: Für eine vollständige Beurteilung der Sicherheit über viele Jahre braucht es längere und größere Studien. Die eingeschlossenen Untersuchungen laufen typischerweise sechs bis zwölf Monate, was für die Frage nach dem Rauchstopp ausreicht, für Aussagen über zwei Jahrzehnte hinweg aber nicht. Was aus den bislang längsten Beobachtungen bekannt ist, haben wir in der Auswertung der Langzeitstudie zur E-Zigarette zusammengefasst, ergänzende Daten zum Herz-Kreislauf-System finden sich in unserem Beitrag zur Heart-Studie. Wer gesundheitlich vorbelastet ist oder Medikamente einnimmt, sollte einen Umstieg zusätzlich ärztlich begleiten lassen.
Die Lücke zwischen Evidenz und öffentlicher Wahrnehmung
Im Umfeld der Veröffentlichung wurde eine britische Befragung der Organisation Action on Smoking and Health vom Juli 2026 zitiert, über die unter anderem das Pharmaceutical Journal berichtete: 54 Prozent der befragten Erwachsenen halten das Dampfen demnach für genauso schädlich oder schädlicher als das Rauchen. Diese Zahl steht in bemerkenswertem Widerspruch zur Studienlage, und sie hat praktische Folgen: Wer glaubt, sich mit einem Umstieg nichts zu verbessern, unternimmt den Versuch gar nicht erst. In Deutschland dürfte die Wahrnehmung ähnlich liegen, belastbare aktuelle Vergleichszahlen für den deutschen Markt sind uns allerdings nicht bekannt.
Woher diese Schere kommt, lässt sich einigermaßen gut nachvollziehen. Negative Einzelbefunde erzeugen mehr Aufmerksamkeit als differenzierte Übersichtsarbeiten, Laborergebnisse aus Zellkulturen werden gelegentlich so berichtet, als beträfen sie unmittelbar Menschen, und einzelne Ereignisse wie die Lungenerkrankungen in den USA im Jahr 2019 bleiben im Gedächtnis, obwohl deren Ursache später auf gestreckte, illegale THC-Kartuschen zurückgeführt wurde. Wie diese Verwechslung entstanden ist und was tatsächlich dahintersteckte, haben wir im Beitrag zu den Lungenerkrankungen in den USA aufgearbeitet.
Diese Wahrnehmungslücke ist kein Argument dafür, Risiken kleinzureden – im Gegenteil. Nikotin macht abhängig, das gilt für die E-Zigarette genauso wie für die Zigarette, und für Menschen, die nie geraucht haben, gibt es keinen Grund anzufangen. Der Jugendschutz hat hier absolute Priorität, entsprechende Regelungen und unsere Altersverifikation finden Sie auf unserer Seite zum Jugendschutz. Die Sorge, das Dampfen könne Jugendliche systematisch zur Zigarette führen, wird durch aktuelle Daten allerdings nicht gestützt, wie wir im Beitrag zum Gateway-Mythos darstellen.
Was Umsteiger aus dem Review mitnehmen können
Der Review beschreibt Durchschnittswerte über tausende Menschen hinweg und sagt nichts darüber aus, wie ein einzelner Umstieg verläuft. Trotzdem lassen sich aus den Ergebnissen ein paar Schlüsse ziehen, die sich mit dem decken, was wir seit über einem Jahrzehnt in der Beratung erleben. Der deutlichste davon betrifft das Nikotin: Da nikotinhaltige Geräte in den Studien besser abschnitten als nikotinfreie, ist der weit verbreitete Ansatz, gleich zu Beginn ohne Nikotin zu starten, für Umsteiger von der Zigarette meist der schwerere Weg. Wer den Entzug ohnehin zu spüren bekommt, nimmt sich damit ausgerechnet das Werkzeug aus der Hand, das ihn abfedert.
Die Nikotinstärke nicht zu niedrig ansetzen
Aus der Praxis ist der häufigste Fehler eine zu niedrig gewählte Stärke. Wer bislang zwanzig Zigaretten am Tag geraucht hat und mit drei mg/ml beginnt, dampft mehr, bekommt trotzdem zu wenig Nikotin und greift abends doch wieder zur Schachtel. Die Regelungen der TPD2 begrenzen den Nikotingehalt in Deutschland auf maximal 20 mg/ml, innerhalb dieses Rahmens ist die Wahl aber entscheidend. Welche Stärke zu welchem bisherigen Konsum passt und welche Rolle die Zugtechnik dabei spielt, haben wir im Ratgeber zur Nikotinstärke aufgeschlüsselt. Für stärkere Raucher sind zusätzlich Nikotinsalz-Liquids ein Thema, weil sie bei gleicher Stärke sanfter im Hals liegen.
Das Zugverhalten muss zur Zigarette passen
Einen Punkt, der in Studien nie auftaucht, hören wir in der Beratung ständig: Wer jahrelang geraucht hat, zieht auf eine bestimmte Art – erst in den Mund, dann in die Lunge, mit spürbarem Widerstand. Ein Gerät mit sehr offenem Zug fühlt sich für diese Gewohnheit schlicht falsch an und wird häufig nach wenigen Tagen weggelegt. Der Fachbegriff dafür lautet MTL, im Gegensatz zum DL-Zug mit großen Dampfmengen. Die Unterschiede und wofür sich welche Technik eignet, erklärt unser Beitrag zu den Zugtechniken beim Dampfen. Wer ganz am Anfang steht, findet im Einsteiger-Ratgeber die Grundlagen in der richtigen Reihenfolge.
Begleitung erhöht die Erfolgsquote
In vielen der eingeschlossenen Studien bekamen die Teilnehmenden zusätzlich zur E-Zigarette eine Form von Verhaltensunterstützung, etwa regelmäßige Gespräche oder telefonische Begleitung. Das ist kein Nebendetail, sondern Teil des Settings, unter dem die berichteten Quoten zustande kamen. Wer den Umstieg allein zu Hause angeht, startet also unter etwas anderen Bedingungen als die Studienteilnehmenden. Ärztliche Beratung, Rauchstopp-Programme der Krankenkassen oder auch nur ein Gespräch mit jemandem, der den Weg schon hinter sich hat, sind deshalb keine Schwäche, sondern ein realistischer Baustein – und für alle technischen Fragen unterwegs steht Ihnen unser Team über das Kontaktformular zur Verfügung.
Was der Review ausdrücklich nicht sagt
Bei einem Ergebnis, das der Branche so gut in den Kram passt, ist die sorgfältige Abgrenzung besonders wichtig – gerade weil sie in der Berichterstattung oft wegfällt. Die Ergebnisse gelten ausschließlich für regulierte, nikotinhaltige E-Zigaretten, wie sie in der Europäischen Union unter die TPD2 fallen und registriert sind. Für illegal gehandelte Geräte, für nicht registrierte Importware und für Kartuschen mit THC lassen sich daraus keinerlei Schlüsse ziehen; Dr. Hartmann-Boyce weist ausdrücklich darauf hin, dass viele auf dem Markt verfügbare Produkte diese Standards nicht erfüllen und potenziell gefährlich sind. Welche Anforderungen in Deutschland gelten und was sich mit der laufenden Überarbeitung ändern könnte, haben wir unter TPD2 und TPD3 zusammengestellt.
Ebenso wenig sagt der Review etwas darüber aus, ob das Dampfen für Nichtraucher unbedenklich wäre – untersucht wurden ausschließlich Menschen, die zum Studienbeginn geraucht haben. Der Vergleichsmaßstab ist immer das Weiterrauchen, nicht der Verzicht auf beides. Wer weder raucht noch dampft, hat aus diesen Daten keinen einzigen Grund abzuleiten, damit anzufangen. Auch die Frage, wie leicht oder schwer es später fällt, die E-Zigarette selbst wieder wegzulegen, bleibt unbeantwortet; darauf zielen diese Studien schlicht nicht ab.
Und schließlich bleibt die Zeitachse eine offene Flanke, die die Autorinnen und Autoren selbst benennen. Sechs bis zwölf Monate Beobachtungszeit sagen nichts über zwanzig Jahre, und wer das Gegenteil behauptet, geht über die Datenlage hinaus. Was sich aus dem bisherigen Forschungsstand zu Risiken seriös ableiten lässt und was nicht, ordnen wir in unserer Übersicht Sind E-Zigaretten schädlich? ein, ergänzend dazu die Aufarbeitung, wie die öffentliche Debatte über Risiken entgleist ist. Weitere Auswertungen zu Studien und Regulierung sammeln wir fortlaufend im Ratgeber-Bereich.
Quellen und Datenstand
- Lindson N. et al.: Electronic cigarettes for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews, 26.08.2026, DOI 10.1002/14651858.CD010216.pub11
- Cochrane: Vapes help more people quit smoking than other methods (Meldung vom 26.08.2026)
- University of Oxford, Nuffield Department of Primary Care Health Sciences: Mitteilung zum Review (26.08.2026)
- The Pharmaceutical Journal: Vapes more effective than other smoking cessation methods, Cochrane review finds (Quelle der ASH-Befragung Juli 2026)
Literaturrecherche des Reviews bis 1. Januar 2026. Da es sich um einen laufend aktualisierten Review handelt, prüfen wir diesen Beitrag halbjährlich auf neue Fassungen.
Häufige Fragen
Kann man mit der E-Zigarette wirklich mit dem Rauchen aufhören?
Der Cochrane-Review vom August 2026 zeigt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten in Studien häufiger zum Rauchstopp geführt haben als Nikotinpflaster oder Kaugummi – rund vier zusätzliche Erfolge pro 100 Personen. Eine Garantie ist das nicht: Auch mit E-Zigarette bleiben rund neun von zehn Menschen bei einem einzelnen Versuch nicht dauerhaft rauchfrei.
Wie viele Studien stecken hinter dem Cochrane-Review 2026?
Ausgewertet wurden 80 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 29.861 Teilnehmenden, neun davon kamen mit dieser Aktualisierung neu hinzu. Die Literaturrecherche reichte bis zum 1. Januar 2026, veröffentlicht wurde die Fassung am 26. August 2026.
Sind E-Zigaretten wirksamer als Nikotinpflaster?
Nach den Daten des Reviews ja: etwa 8 bis 10 von 100 Personen blieben mit nikotinhaltiger E-Zigarette nach mindestens sechs Monaten rauchfrei, gegenüber etwa 6 von 100 mit Nikotinersatztherapie. Cochrane stuft diesen Vergleich als hoch vertrauenswürdig ein – die höchste der vier Evidenzstufen.
Funktioniert der Umstieg auch mit nikotinfreien Liquids?
Im direkten Vergleich schnitten nikotinhaltige Geräte besser ab als nikotinfreie, mit etwa zwei zusätzlichen Rauchstopps pro 100 Personen. Für Umsteiger von der Zigarette ist der Start ohne Nikotin daher meist der schwerere Weg, weil der Entzug dann ungebremst durchschlägt.
Welche Nebenwirkungen wurden in den Studien beobachtet?
Am häufigsten Reizungen im Hals- und Mundbereich, Kopfschmerzen, Husten und Übelkeit. Diese Beschwerden ließen bei fortgesetzter Nutzung überwiegend nach. Schwerwiegende Ereignisse waren in allen Gruppen selten, ein erhöhtes Risiko gegenüber den Vergleichsgruppen fand der Review nicht.
Bedeutet das Ergebnis, dass Dampfen unbedenklich ist?
Nein. Die Autorinnen und Autoren formulieren, dass nikotinhaltige Dampfprodukte wahrscheinlich nicht völlig risikofrei, aber weniger schädlich als Rauchen sind. Der Vergleichsmaßstab ist immer das Weiterrauchen. Nikotin macht abhängig, und für Menschen, die nie geraucht haben, gibt es keinen Grund anzufangen.
Gelten die Ergebnisse auch für Einweg-Vapes vom Kiosk?
Nur, soweit es sich um regulierte, registrierte Produkte handelt. Der Review bezieht sich ausdrücklich auf regulierte nikotinhaltige E-Zigaretten. Für illegal gehandelte Geräte, nicht registrierte Importware und THC-haltige Kartuschen lassen sich daraus keine Schlüsse ziehen.
Was ist ein „Living Systematic Review“?
Ein Review, der laufend aktualisiert wird, statt alle paar Jahre komplett neu zu erscheinen. Sobald neue randomisierte Studien vorliegen, werden sie eingearbeitet und die Auswertung neu berechnet. Deshalb gehört zu jeder Berufung auf diesen Review immer das Datum der jeweiligen Fassung.
Sagt der Review etwas über Langzeitfolgen aus?
Nein, dafür sind die eingeschlossenen Studien zu kurz – sie laufen typischerweise sechs bis zwölf Monate. Die Autorinnen und Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass längere und größere Untersuchungen nötig sind, um die Sicherheit über viele Jahre vollständig zu beurteilen.
Welche Nikotinstärke ist für Umsteiger sinnvoll?
Das hängt vom bisherigen Konsum und vom Gerät ab; der häufigste Fehler in der Praxis ist eine zu niedrig gewählte Stärke. Die TPD2 begrenzt den Nikotingehalt in Deutschland auf maximal 20 mg/ml. Eine Einordnung nach bisherigem Zigarettenkonsum finden Sie in unserem Ratgeber zur Nikotinstärke.
Über den Autor
Gründer & Geschäftsführer, MaxVapor
MaxVapor wurde 2008 gegründet; seit 2012 mit Spezialisierung auf E-Zigaretten und Liquids. Über 14 Jahre Expertise in Produktberatung, TPD2-Compliance und technischer Beratung. Verantwortlich für Produktprüfung und Kundenkommunikation bei MaxVapor.
Qualifikation: • Unternehmensgründung 2008
• E-Zigaretten-Fachhandel seit 2012
• Fachkenntnisse TPD2-Richtlinien
• Produktschulung & Beratung
• Eingetragener Kaufmann
Erstveröffentlichung: · Vollständig überarbeitet und auf den Cochrane-Stand vom 26.08.2026 gebracht: . Inhalte werden redaktionell geprüft. Keine Gesundheitsversprechen; alle Angaben ohne Gewähr und ohne Ersatz für ärztliche Beratung.
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