E-Zigaretten und Liquids sind ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Nikotin kann abhängig machen.
Geprüft von Oliver Prust · Inhaber MaxVapor.de, seit 2012 auf E-Zigaretten spezialisiert · Zuletzt aktualisiert: März 2026
Kurz & Knapp: Zurückgezogene Studie und Desinformation
- Retraction: Eine Studie im Journal of Cancer Policy, die E-Zigaretten mit Krebs verband, wurde wegen schwerer Mängel offiziell zurückgezogen
- Mängel: Fehlklassifizierungen, lückenhafte statistische Analyse und Schlussfolgerungen, die durch die Daten nicht gedeckt waren
- Offener Brief: 23 europäische Wissenschaftler kritisierten im Februar 2026 EU-Gesundheitskommissar Várhelyi für falsche Gleichsetzung von E-Zigaretten mit Tabakzigaretten
- Harm Reduction: Laut Public Health England und Cochrane Reviews sind E-Zigaretten deutlich weniger schädlich als Tabakzigaretten
- Schweden: Das Land hat dank THR-Produkten die niedrigste Rauchquote in der EU (unter 5 %)
- Für Verbraucher: Fehlerhafte Studien verunsichern Raucher, die auf weniger schädliche Alternativen umsteigen möchten
- TPD3: Die laufende Überarbeitung der EU-Tabakrichtlinie sollte auf valider Wissenschaft basieren, nicht auf zurückgezogenen Studien
Wenn Sie sich für E-Zigaretten interessieren oder bereits dampfen, haben Sie vermutlich in den letzten Wochen Schlagzeilen gelesen, die verunsichern: E-Zigaretten sollen Krebs verursachen, so schlimm wie Tabak sein, und die EU möchte am liebsten alles gleich behandeln. Nur fragt kaum jemand, auf welcher Grundlage solche Behauptungen eigentlich stehen, und was passiert, wenn sich diese Grundlage als fehlerhaft erweist. Genau das ist kürzlich geschehen: Eine viel zitierte wissenschaftliche Arbeit, die E-Zigaretten mit Krebserkrankungen in Verbindung bringen wollte, wurde vom veröffentlichenden Journal offiziell zurückgezogen. Gleichzeitig haben 23 europäische Wissenschaftler in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Desinformation durch den EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi scharf kritisiert. In diesem Beitrag erkläre ich, was hinter den Schlagzeilen steckt – und was das für Sie als Dampfer oder Umsteiger konkret bedeutet.
Was ist passiert? Die Retraction im Detail
Im Fachjournal „Journal of Cancer Policy" erschien eine wissenschaftliche Arbeit, die anhand von Befragungsdaten einen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von E-Zigaretten und einem erhöhten Krebsrisiko herstellen wollte. Die Ergebnisse machten schnell Schlagzeilen, wurden von Anti-Dampf-Aktivisten aufgegriffen und flossen in politische Diskussionen auf EU-Ebene ein. Das Problem dabei: Die Studie wies so gravierende methodische Mängel auf, dass das Journal die Arbeit im März 2026 offiziell zurückziehen musste – eine sogenannte „Retraction", die in der Wissenschaft den Ausschluss einer Veröffentlichung aus dem anerkannten Wissensbestand bedeutet. Für jeden, der die Schlagzeilen gelesen und sich davon beeinflussen lassen hat, ändert sich damit die Ausgangslage.
Eine Retraction ist kein Routinevorgang. Fachzeitschriften ziehen Studien nur dann zurück, wenn fundamentale Fehler in der Methodik, der Datenverarbeitung oder den Schlussfolgerungen vorliegen, die das gesamte Ergebnis in Frage stellen. Im konkreten Fall identifizierten die Herausgeber Inkonsistenzen in der Evidenzbasis, Fehlklassifizierungen von Forschungsergebnissen und Schlussfolgerungen, die durch die Daten schlicht nicht gedeckt waren. In der Praxis heißt das: Die Berechnungen, auf denen die scheinbar alarmierenden Ergebnisse beruhten, waren fehlerhaft. Damit sind auch die daraus gezogenen Schlüsse nicht mehr haltbar. Wer sich dafür interessiert, wie so etwas passieren kann und warum solche Fehler erst nach der Veröffentlichung auffallen: Das Peer-Review-Verfahren, bei dem Fachkollegen eine Studie vor der Veröffentlichung prüfen, ist kein lückenloses System. Gerade bei statistisch komplexen Arbeiten mit großen Datensätzen können Fehler durchrutschen, und manchmal fällt es erst anderen Forschern auf, wenn sie die Ergebnisse nachzurechnen versuchen.
Die Initiative Smoke Free Sweden reagierte am selben Tag mit einer eigenen Stellungnahme. Dr. Delon Human, Leiter der Initiative, beschrieb ein strukturelles Problem: Desinformation reise schneller als ihre wissenschaftliche Korrektur. Millionen von Rauchern bräuchten verlässliche Informationen über die relativen Risiken von Nikotinprodukten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Auch der deutsche Branchenverband BfTG meldete sich zu Wort und stellte die Frage, wie eine Studie mit solchen Schwächen überhaupt den Peer-Review-Prozess passieren konnte, und warum Medien solche Ergebnisse verbreiten, bevor Fachleute sie kritisch prüfen konnten. Für Raucher, die über einen Umstieg auf eine E-Zigarette nachdenken, ist das eine ernste Sache – denn solche Schlagzeilen können den Unterschied machen zwischen einem Umstieg und dem Weitermachen mit der Tabakzigarette.
Die konkreten Mängel der Studie
Warum war die Retraction gerechtfertigt? Wenn Sie die methodischen Schwächen kennen, wird das schnell klar. Im Kern basierte die Arbeit auf Befragungsdaten, bei denen Teilnehmer unter anderem gefragt wurden, ob sie jemals E-Zigaretten benutzt hatten und ob bei ihnen jemals Krebs diagnostiziert worden war. Die Autoren errechneten daraus, dass E-Zigaretten-Nutzer ein höheres Krebsrisiko hätten als Nichtraucher – und dieses Ergebnis sorgte für Aufruhr. Was die Autoren selbst einräumten, aber in der öffentlichen Wahrnehmung unterging: Die Studie konnte keinen zeitlichen oder kausalen Zusammenhang herstellen. In vielen Fällen hatten die Befragten ihre Krebsdiagnose schon vor dem Beginn des Dampfens erhalten – sie waren also ehemalige Raucher, die nach ihrer Diagnose auf die E-Zigarette umgestiegen waren, um das Rauchen aufzugeben.
Dazu kamen Probleme mit der statistischen Analyse. Auf den ersten Blick zeigten die Rohdaten, dass E-Zigaretten-Nutzer eine deutlich niedrigere Krebsprävalenz hatten als Tabakraucher. Erst nach der Regressionsanalyse – also der Bereinigung um andere Einflussfaktoren – drehte sich das Bild. Nach einer erneuten Prüfung äußerten die Herausgeber des Journals „Bedenken bei der Quelldatenverarbeitung und der statistischen Analyse", was darauf hindeutet, dass die Berechnungen fehlerhaft waren. Kurz gesagt: Wenn die statistische Methodik nicht stimmt, sind die Ergebnisse wertlos – egal wie überzeugend die Zahlen zunächst aussehen mögen.
Typische Mängel zurückgezogener E-Zigaretten-Studien
| Methodisches Problem | Was es bedeutet | Folge für die Aussagekraft |
|---|---|---|
| Fehlende Zeitabfolge | Unklar, ob Dampfen vor oder nach der Krankheit begann | Kein kausaler Zusammenhang ableitbar |
| Fehlklassifizierung | Ex-Raucher werden als „reine Dampfer" gezählt | Risiko wird fälschlich dem Dampfen zugeschrieben |
| Fehlerhafte Regression | Statistische Bereinigung verzerrt das Ergebnis | Ergebnis widerspricht den Rohdaten |
| Querschnittsdesign | Nur eine Momentaufnahme, keine Langzeitbeobachtung | Keine Aussage über Ursache-Wirkung möglich |
| Selektive Interpretation | Einschränkungen werden genannt, aber im Fazit ignoriert | Leser erhalten einen verzerrten Eindruck |
Das Muster ist leider kein Einzelfall. Bereits 2022 wurde eine ähnliche Studie im World Journal of Oncology zurückgezogen, und auch eine viel zitierte Arbeit im Journal of the American Heart Association, die E-Zigaretten mit Herzinfarkten verband, wurde wegen schwerer methodischer Fehler retrahiert. Der verantwortliche Forscher Stanton Glantz hatte zunächst die zurückgezogene Krebsstudie als „ersten epidemiologischen Beweis" für einen Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und Krebs gefeiert – obwohl die Studie selbst einräumte, dass die krebserregende Potenz von E-Zigaretten-Aerosol mehr als 99 Prozent unter der von Zigarettenrauch liegt. Für alle, die sich über die Funktionsweise von E-Zigaretten informieren möchten: Im Gegensatz zum Rauchen verbrennt beim Dampfen kein Tabak, es entsteht kein Teer und kein Kohlenmonoxid. Genau das ist der springende Punkt.
23 Wissenschaftler schreiben an von der Leyen
Während die Studie leise aus den Datenbanken verschwindet, wurde es auf europäischer Ebene richtig laut. Ende Februar 2026 veröffentlichten 23 führende europäische Wissenschaftler aus 14 Ländern einen offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, in dem sie die Aussagen des EU-Gesundheitskommissars Olivér Várhelyi als „falsch und irreführend" bezeichneten. Das Schreiben, veröffentlicht auf der Website des britischen Politikexperten Clive Bates, richtet sich gegen eine Serie von Äußerungen, in denen Várhelyi rauchfreie Nikotinprodukte wie E-Zigaretten wiederholt als „ebenso schädlich" wie herkömmliche Zigaretten dargestellt hatte.
Unter den Unterzeichnern sind renommierte Forscher wie Professor Peter Hajek von der Queen Mary University of London, Professor David Nutt vom Imperial College London und Professor Riccardo Polosa von der Universität Catania. In dem Brief heißt es sinngemäß: Es gebe keine wissenschaftliche Grundlage für die Behauptung, dass rauchfreie Nikotinprodukte vergleichbare Risiken wie Zigaretten hätten – und eine Politik, die auf solcher Desinformation basiert, könnte Raucher davon abhalten, auf risikoärmere Alternativen umzusteigen. Die Wissenschaftler betonen dabei einen wichtigen Unterschied: Es geht nicht darum, ob E-Zigaretten „sicher" sind, sondern darum, ob sie deutlich „sicherer" als Tabakzigaretten sind. Und darüber bestehe in der Forschung kein ernstzunehmender Zweifel.
Konkret kritisiert der Brief drei öffentliche Aussagen Várhelyis: In einem Beitrag auf der Plattform X vom Juli 2025 hatte er geschrieben, dass neue Tabak- und Nikotinprodukte „vergleichbare Gesundheitsrisiken wie herkömmliche Produkte" aufwiesen. In einer schriftlichen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Januar 2026 behauptete er, der Umstieg von Zigaretten auf rauchfreie Produkte reduziere das Gesundheitsrisiko nicht. Und in einem Interview mit Euractiv im Dezember 2025 bestätigte er auf die Frage, ob alternative Tabakprodukte ebenso schädlich seien wie Zigaretten, mit den Worten: „Ja, das bin ich. Absolut. Hundert Prozent." Für Forscher, die seit Jahrzehnten die Unterschiede zwischen Verbrennung und Verdampfung untersuchen, war das ein Affront.
Auch an historische Fehler erinnerten die Unterzeichner: 1992 hatte die EU den Verkauf von Snus in allen Mitgliedstaaten außer Schweden verboten – das einzige Land, das dadurch eine Ausnahme erhielt und heute die niedrigste Raucherquote in Europa aufweist, mit unter 5 Prozent. Seit dem Snus-Verbot sind laut den Wissenschaftlern rund 20 Millionen EU-Bürger an tabakbedingten Krankheiten gestorben, von denen viele hätten gerettet werden können, wenn ihnen Alternativen zur Verfügung gestanden hätten. Keine Übertreibung, sondern eine direkte Lehre aus jahrzehntelanger Datenlage. Und die Parallelen zur aktuellen Debatte sind unübersehbar: Wenn politische Entscheidungsträger erneut auf Basis fehlerhafter Informationen regulieren, könnten sich ähnliche Fehler wiederholen.
Was sagt die Wissenschaft wirklich?
Weg von einzelnen fehlerhaften Studien, hin zum Gesamtbild: Die Datenlage zum Thema Harm Reduction – also der Schadensminimierung durch den Wechsel von der Tabakzigarette zur E-Zigarette – ist breit und eindeutig. Der aktuellste Cochrane Review von 2025, der als Goldstandard für systematische Übersichtsarbeiten gilt, bestätigte erneut, dass nikotinhaltige E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung wirksamer sind als herkömmliche Nikotinersatztherapien wie Pflaster oder Kaugummi. Public Health England hatte bereits 2015 geschätzt, dass E-Zigaretten etwa 95 Prozent weniger schädlich sind als Tabakzigaretten – eine Einschätzung, die in späteren Reviews bestätigt und präzisiert wurde. Auch das britische Royal College of Physicians kam in seiner umfassenden Analyse zu vergleichbaren Ergebnissen und empfahl E-Zigaretten ausdrücklich als Instrument zur Rauchentwöhnung.
Dass Dampfen nicht „sicher" ist, bestreitet niemand in der seriösen Forschung. Nikotin macht abhängig, und auch das Aerosol einer E-Zigarette enthält Substanzen, deren Langzeitwirkung noch nicht vollständig erforscht ist. Worauf es ankommt, ist die Art, wie das Nikotin aufgenommen wird. Bei der Verbrennung von Tabak entstehen Tausende chemische Verbindungen, darunter mehr als 70 bekannte Karzinogene. Beim Verdampfen von E-Liquid entsteht ein Aerosol aus PG, VG, Aromastoffen und Nikotin – ohne Teer, ohne Kohlenmonoxid und mit einer karzinogenen Potenz, die laut Studien weniger als ein Prozent des Zigarettenrauchs beträgt. Wer also die Frage stellt, ob Dampfen und Rauchen gleich schädlich sind, stellt die falsche Frage. Die richtige lautet: Wie viel weniger schädlich ist es?
Schweden liefert dafür das Paradebeispiel. Das Land hat dank des weit verbreiteten Gebrauchs von Snus, Nikotinbeuteln und E-Zigaretten die niedrigste Raucherquote in der EU erreicht – mit unter 5 Prozent ist es offiziell „rauchfrei" nach internationaler Definition. Gleichzeitig verzeichnet Schweden 44 Prozent weniger tabakbedingte Todesfälle als der EU-Durchschnitt und eine um 41 Prozent niedrigere Lungenkrebsrate. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, was möglich ist, wenn Schadensminimierung als Strategie ernst genommen wird, statt alle Nikotinprodukte über einen Kamm zu scheren.
Was heißt das nun ganz konkret? Wenn Sie derzeit Tabak rauchen und über den Umstieg nachdenken, ist eine E-Zigarette nach aktuellem Wissensstand eine erheblich risikoärmere Alternative. Das ist keine Werbung, das ist die Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes. Mehr dazu finden Sie auch in unserem Ratgeber zum Thema Vapen.
Was bedeutet das für Dampfer und Umsteiger?
Ich erlebe es im Shop täglich: Kunden kommen verunsichert zu uns und fragen, ob das Dampfen vielleicht doch genauso gefährlich sei wie das Rauchen. Diese Verunsicherung ist nachvollziehbar, wenn man die Schlagzeilen liest – und genau das macht fehlerhafte Studien so gefährlich. Sie erreichen Menschen, die eine echte Entscheidung für ihre Gesundheit treffen wollen, und halten sie davon ab. Der Schaden entsteht nicht in Fachzeitschriften, sondern im Kopf des Rauchers, der abends nach dem Arbeitstag überlegt, ob er es vielleicht doch mal mit einer E-Zigarette versuchen soll, und dann auf dem Smartphone eine Schlagzeile sieht, die ihm Angst macht.
Was ich Ihnen aus meiner Erfahrung als langjähriger E-Zigaretten-Fachhändler und als jemand, der selbst den Umstieg geschafft hat, empfehlen kann: Lassen Sie sich nicht von einzelnen Studien oder reißerischen Überschriften leiten. Schauen Sie auf die Gesamtlage der Forschung, achten Sie darauf, ob Studien von unabhängigen Institutionen stammen und ob sie peer-reviewed sind, und informieren Sie sich über die methodischen Grundlagen, bevor Sie sich eine Meinung bilden. Die großen unabhängigen Übersichtsarbeiten – ich habe sie im vorigen Abschnitt genannt – kommen alle zu dem Ergebnis, dass E-Zigaretten ein deutlich geringeres Risikoprofil haben als Tabakzigaretten und ein effektives Werkzeug zur Rauchentwöhnung darstellen. Diese breite wissenschaftliche Basis sollte bei Ihrer persönlichen Entscheidung mehr Gewicht haben als jede einzelne Schlagzeile.
Falls Sie gerade am Anfang stehen: Ein kompaktes Pod-System mit einem MTL-Zugwiderstand kommt dem Rauchgefühl einer herkömmlichen Zigarette sehr nah und erleichtert den Umstieg. Kombiniert mit einem passenden E-Liquid in der richtigen Nikotinstärke schaffen es die meisten Umsteiger, dauerhaft vom Tabak loszukommen. Sprechen Sie bei gesundheitlichen Bedenken immer auch mit Ihrem Arzt – eine fundierte medizinische Beratung kann ich als Fachhändler nicht ersetzen, aber ich kann Ihnen die technischen Informationen liefern, die Sie für eine informierte Entscheidung brauchen.
Regulierung braucht saubere Daten – der TPD3-Kontext
Die zurückgezogene Studie und die Debatte um Kommissar Várhelyi kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die EU aktiv an der Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie arbeitet. Nach Verabschiedung und Umsetzung wird die kommende TPD3 den regulatorischen Rahmen für E-Zigaretten, E-Liquids, Nikotinbeutel und erhitzte Tabakprodukte in der gesamten EU neu definieren. Auf welcher wissenschaftlichen Basis das geschieht, ist deshalb keine akademische Frage, sondern hat direkte Auswirkungen auf Millionen von Verbrauchern.
Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss hat in seiner Stellungnahme zur geplanten Tabaksteuerreform kürzlich gewarnt, dass unverhältnismäßige Steuererhöhungen den illegalen Handel fördern, die Steuereinnahmen schwächen und die Ergebnisse der öffentlichen Gesundheit verschlechtern könnten. Wenn E-Zigaretten steuerlich und regulatorisch so behandelt werden wie Tabakzigaretten, entfällt für Raucher der finanzielle Anreiz zum Umstieg – und das in einer Situation, in der die Liquidsteuer in Deutschland bereits bei 0,32 €/ml liegt. Die 23 Wissenschaftler formulierten es in ihrem Brief deutlich: Steuerliche und regulatorische Maßnahmen, die den Umstieg vom Rauchen auf weniger riskante Alternativen entmutigen, seien unethisch und schützten den Zigarettenmarkt.
Wer Gesundheitspolitik machen will, die den Namen verdient, braucht saubere Daten – da gibt es keinen Spielraum. Wenn Studien zurückgezogen werden müssen, weil die Berechnungen nicht stimmen, dann sollte das für jeden Gesetzgeber ein Warnsignal sein: Regulierung auf der Grundlage schlechter Evidenz schadet am Ende denjenigen, die sie eigentlich schützen soll. Und das sind in diesem Fall knapp 700.000 EU-Bürger, die jedes Jahr an den Folgen des Rauchens sterben – viele davon, weil ihnen risikoärmere Alternativen vorenthalten, verteuert oder madig gemacht werden.
Quellen und weiterführende Links
Transparenz ist mir wichtig – gerade bei einem YMYL-Thema wie diesem. Hier sind die Quellen, die ich für diesen Beitrag herangezogen habe:
Retraction Notice (Original): Journal of Cancer Policy, März 2026 – ScienceDirect
Smoke Free Sweden Stellungnahme: „Retracted vaping study shows the real danger of misinformation", 16. März 2026 – smokefreesweden.org
Offener Brief an von der Leyen: 23 Wissenschaftler, 25. Februar 2026 – The Counterfactual (Clive Bates)
BfTG Stellungnahme: Veröffentlicht auf Facebook, März 2026
Cochrane Review 2025: Lindson et al. „Electronic Cigarettes for Smoking Cessation" – Cochrane Library
Evidenz-Update Krebsrisiko: Kundu et al. (2025) „Evidence update on the cancer risk of vaping e-cigarettes" – Tobacco Induced Diseases
Häufige Fragen
Was bedeutet es, wenn eine Studie zurückgezogen wird?
Eine Retraction bedeutet, dass die Ergebnisse als ungültig gelten und nicht mehr als wissenschaftliche Evidenz herangezogen werden sollten. Gründe sind meist schwere Fehler in der Methodik, Datenverarbeitung oder im schlimmsten Fall Fälschung.
Verursachen E-Zigaretten Krebs?
Nach aktuellem Forschungsstand gibt es keinen epidemiologischen Nachweis, dass E-Zigaretten bei reinen Dampfern (Nie-Rauchern) Krebs verursachen. Es gibt Hinweise auf Biomarker für oxidativen Stress, aber die karzinogene Potenz des Aerosols liegt unter einem Prozent des Zigarettenrauchs.
Wer hat den offenen Brief an die EU-Kommission geschrieben?
23 europäische Wissenschaftler aus 14 Ländern, darunter Forscher von der Queen Mary University London, dem Imperial College London, der Universität Catania und dem Norwegian Institute of Public Health. Der Brief wurde im Februar 2026 veröffentlicht.
Was hat EU-Kommissar Várhelyi genau gesagt?
Er behauptete mehrfach öffentlich, dass rauchfreie Nikotinprodukte „vergleichbare Gesundheitsrisiken" wie Zigaretten hätten. In einem Interview bestätigte er das mit „hundert Prozent". Die Wissenschaftler bezeichneten das als wissenschaftlich unhaltbar.
Warum ist Schweden so erfolgreich bei der Reduzierung des Rauchens?
Schweden setzt seit Jahrzehnten auf Schadensminimierung durch Alternativen wie Snus und Nikotinbeutel. Das Ergebnis: unter 5 % Raucherquote, 44 % weniger tabakbedingte Todesfälle und 41 % weniger Lungenkrebs als im EU-Durchschnitt.
Sind E-Zigaretten wirklich 95 % weniger schädlich als Tabak?
Die 95-Prozent-Schätzung stammt von Public Health England aus dem Jahr 2015 und wurde in späteren Reviews nicht grundlegend revidiert. Der exakte Wert ist schwer zu beziffern, aber die verfügbare Evidenz zeigt übereinstimmend, dass die Schadensreduktion sehr erheblich ist.
Was ändert sich durch die TPD3 für Dampfer?
Die TPD3 befindet sich nach aktuellem Stand (März 2026) noch in der Entwurfsphase. Mögliche Änderungen betreffen Geschmacksverbote, Steuererhöhungen und strengere Kennzeichnungspflichten. Die endgültigen Regelungen hängen vom Ausgang des Gesetzgebungsverfahrens ab.
Über den Autor
Gründer & Geschäftsführer, MaxVapor
MaxVapor wurde 2008 gegründet; seit 2012 mit Spezialisierung auf E-Zigaretten und Liquids. Über 14 Jahre Expertise in Produktberatung, TPD2-Compliance und technischer Beratung. Verantwortlich für Produktprüfung und Kundenkommunikation bei MaxVapor.
Qualifikation: • Unternehmensgründung 2008
• E-Zigaretten-Fachhandel seit 2012
• Fachkenntnisse TPD2-Richtlinien
• Mitglied BfTG
• Eingetragener Kaufmann
Erstveröffentlichung: · Zuletzt aktualisiert: . Inhalte werden redaktionell geprüft. Keine Gesundheitsversprechen; alle Angaben ohne Gewähr.
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